Nach den beiden intensiven Wahljahren konnten wir uns in diesem Jahr wieder verstärkt anderen Themen und Herausforderungen zuwenden.

Im Februar wurde ich als Präsident der Alternativen – die Grünen gewählt. Eine grosse Ehre für mich eine Partei mitzugestallten, die sich seit Jahrzehnten für globale Gerechtigkeit einsetzt und das Wohl aller Menschen und unserer natürlichen Umgebung ins Zentrum stellt. Geprägt wurde dieses Jahr stark von den Diskussionen über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Als internationale Bewegung ist und war für uns immer klar: Menschen die unsere Unterstützung benötigen sind in der Schweiz jederzeit willkommen. Gleichzeitig müssen die wirtschaftsstarken Nationen in Europa, Nordamerika und Asien ihre Verantwortung wahr nehmen. Das heisst: Waffenlieferung in Krisengebieten müssen absolut tabu sein und unser Wirtschaftssystem muss so umgebaut werden, dass unsere Gewinne nicht auf Kosten der Länder im Süden fussen dürfen. Dies gilt auch für multinationale Unternehmen mit Sitz im Kanton Zug. Mit Sorge betrachten wir die internationale Entwicklung im Bereich der politischen Solidarität. Auf dem Buckel der Schwächsten Politik zu betreiben und mit ausländerfeindlichen Parolen Stimmung zu betreiben, ist absolut schädlich und muss mit aller Vehemenz bekämpft werden. Während uns das Nein zur Durchsetzungsinitiative äusserst gefreut hat, schauen wir mit einem traurigen Auge auf die Abstimmung über den geordneten Atomausstieg zurück. Die Bevölkerung befürwortet zwar den Atomausstieg, traut jedoch der vollständigen Ersetzung durch alternativ Energien noch nicht zu 100 Prozent. Hier haben wir sicherlich noch Aufklärungsbedarf. Einen grossen nationalen Erfolg feierte unsere Jungpartei, welche die Zersiedelungsstopp Initiative diesen Oktober erfolgreich eingereicht hat. Nur wenn wir es schaffen, qualitativ gute Verdichtungsprojekte auszuarbeiten, werden wir den täglichen Landfrass stoppen können.

Im Kanton Zug wurde das politische Jahr durch das Sparpaket geprägt. Schon früh ist es uns gemeinsam mit anderen Parteien und Organisationen geglückt, eine breite Allianz gegen den Abbau im Sozialen, der Bildung und beim Personal aufzustellen. Mit historischen 4500 Unterschriften wurde Anfangs September das Referendum gegen das bürgerliche Sparpaket eingereicht. Ein grosses Dankeschön gilt hier allen fleissigen Unterschriftensammlerinnen und Unterschriftensammler. Mittels einer dynamischen Abstimmungskampagne ist uns das gelungen was niemand vom Zuger Politik Establishment für möglich gehalten hätte, das Sparpaket wurde abgelehnt. Ich bin überzeugt, dass uns auch das kommende Jahr vor einige Herausforderungen mit spannende Diskussionen stellen wird. Zuerst wünsche ich Ihnen nun allen aber frohe Festtage und en guete Rutsch!

Andreas Lustenberger