Das Recht auf Lohngleichheit von Mann und Frau steht in der Verfassung. Umgesetzt ist das leider erst teilweise.

Die Alternativen – die Grünen fordern den Kanton Zug deshalb auf, die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterschreiben. So kann der Kanton zeigen, dass er als Arbeitgeber die Lohngleichheit von Mann und Frau anstrebt und umsetzen will. Seit 1981, d.h. seit über 35 Jahren, ist der Grundsatz der Gleichbehandlung von Frau und Mann in der Verfassung verankert. Der Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ist ein Teil dieses Verfassungsartikels. Seit 1996, also seit mehr als 20 Jahren, gibt es ein Gleichstellungsgesetz in Ergänzung zu diesem Verfassungsartikel. Es gibt tatsächlich Fortschritte in der Gleichstellung. Trotzdem verdienen Frauen auch heute noch im Schnitt 20% weniger als Männer.

Im öffentlichen Sektor, d.h. bei Bund, Kantonen und Gemeinden, sind die Unterschiede ein bisschen weniger gross: Die Unterschiede liegen knapp über 16%. Fast die Hälfte dieses Lohnunterschiedes kann man nicht durch unterschiedliche Ausbildung, Führungspositionen u.s.w. erklären. Das heisst, dass Frauen im Schnitt ungefähr CHF 600.- pro Monat grundlos weniger verdienen, nur, weil sie Frauen sind. Diese Zahlen haben sich übrigens seit Jahren praktisch nicht verändert. Böse Zungen sagen sogar, dass wir auch in 1000 Jahren noch keine Lohngleichheit haben, wenn die Lohnungleichheit weiterhin so langsam schrumpft wie in den letzten 10 Jahren.

Auf schweizerischer Ebene will man nun in diesem Bereich wieder Fortschritte machen. Das Nationale Departement des Innern nimmt einen neuen in Anlauf in Richtung Lohngleichheit. Nicht mit einem Gesetz, sondern mit einer freiwilligen Charta. Diese verpflichtet die Kantone und Gemeinden, aktiv die Lohngleichstellung im öffentlichen Sektor anzugehen.

Was passiert aber im Kanton Zug? 2010 hob man die kantonale Gleichstellungskommission auf. Nun will der Regierungsrat die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Bereich nicht unterzeichnen. Die Schutzbehauptung des Regierungsrates ist: Im Kanton gäbe es im öffentlichen Sektor keine Lohnungleichheit. Tatsache ist: Man weiss nicht, wie es wirklich steht um die Lohngleichheit der Kantonsangestellten – der Kanton hat diese Zahlen nie genauer angeschaut.

Wir alle, die diese Petition unterzeichnet haben, und wir, die Alternativen – die Grünen, fordern den Regierungsrat auf, sich aktiv für die Gleichberechtigung und Lohngleichheit von Mann und Frau einzusetzen. Der Kanton Zug muss es ja nicht alleine tun: Viele andere Kantone und Gemeinden (12 Kantone und 23 Gemeinden) haben die Charta auch unterzeichnet. Die Stadt Zug ist übrigens auch eine davon.

Der Regierungsrat hat Vorbildfunktion. Mit dieser Petition bitten wir den Regierungsrat, diese Vorbildfunktion auch wahrzunehmen. Vielleicht hat der Regierungsrat ja sogar recht, wenn er sagt, es gebe keine unerklärten Lohnunterschiede beim Kanton. Mit dem Unterzeichnen der Charta und dem Überprüfen der tatsächlichen Situation würde man es dann genau wissen. In diesem Falle dürfte sich der Regierungsrat selbst wirklich auf die Schultern klopfen und sich zu diesem erfreulichen Resultat gratulieren. Wenn aber die Lohngleichheit bei den Kantonsangestellten entgegen der Einschätzung des Regierungsrates noch nicht erreicht wäre, könnte man gezielt Massnahmen ergriffen, um die Lohnungleichheit auszugleichen.

Es ist doch dem Kanton Zug nicht würdig zu warten, bis allenfalls mit einer Lohnklage wieder einmal gegen Lohnungleichheit vorgegangen wird. Vielmehr wäre das eine Bringschuld, die der Regierungsrat zu leisten hat. Er könnte seinen weiblichen Kantonsangestellten dadurch auch seinen Respekt vor ihrer Arbeit
zeigen. Wenn der Kanton Zug dann nachweisen kann, dass bei ihm Lohngleichheit herrscht, kann er dann diese Nachricht voller Stolz der Schweiz und allen anderen Kantonen präsentieren. Wir hoffen sehr, dass dieser Tag bald kommt.

Guten Mut und gutes Gelingen!

Tabea Zimmermann Gibson
Co-Präsidentin Alternative – die Grünen Stadt Zug