Votum zum Kantonsratsbeschluss betreffend Erweiterung des Kiesabbaugebiets Bethlehem, Gemeinde Menzingen. Kantonsratssitzung vom 28. Januar 2016

Ein Gesetz schützt die Moränenlandschaft im Raume Menzingen-Neuheim seit der Volksabstimmung von 1988. Zudem wird diese Gegend gleich doppelt im Schw. Bundesinventar aufgeführt – als Landschaft und Naturdenkmal von nationaler Bedeutung sowie als Moorlandschaft von besonderer Schönheit. Und nun will in dieser Hügellandschaft die Regierung für den Kiesabbau im Gebiet Bethlehem Süd eine versäumte Ausnahmebewilligung einholen, gestützt auf §3 des Moränenschutzgesetzes.

Die Alternative-die Grüne Fraktion ist gegen eine Ausnahmebewilligung für einen weiteren Abbau von Kies und kann kein «überwiegendes öffentliches Interesse» ausmachen. Es dient wohl eher dem wirtschaftlichen privaten Interesse der Abbaufirma Kibag AG als dem öffentlichen Interesse. – Ausserdem beanstandet die ALG die hohe Kies-Exportmenge in andere Kantone und wünscht sich mehr Zurückhaltung und einen echten haushälterischen Umgang mit dem Kies. Es handelt sich ja schliesslich um einen endlichen Rohstoff!
 
Ebenso wollen wir keine Arrondierung oder treffender gesagt: keine Erweiterung des Kies-Abbaugebietes in Bethlehem mit einer weiteren Landschafts-Narbe. Der Kanton muss viel mehr die mineralischen Recyclingbaustoffe fördern und die Bauherren motivieren diesen Baustoff zu verwenden, statt den Moränenschutz zu untergraben.
 
Die ALG stellt Antrag auf Nichteintreten und will keinen erweiterten Kiesabbau.
 
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin ALG Risch