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Vaterschaftsurlaub: Zuger Regierungsrat zeigt sich fortschrittsfeindlich

Kleine Anfrage

In der Info des Zuger Regierungsrates vom 20. Februar 2019 wird festgehalten, dass sich die Regierung gegen den Kompromissvorschlag der ständerätlichen Kommission für Soziales und Gesundheit und somit gegen die Einführung eines zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubs ausspricht. Der Regierungsrat führt als Beweggrund dieser Haltung unter anderem auf, dass mit einem zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub das heutige Rollenbild zementiert wird und damit fortschrittliche Lösungen, wie etwa einen Elternurlaub verhindert würden.

Ist die Zuger Regierung bereit, sich mit allen möglichen Mitteln beim Bund für einen ausgewogenen Elternurlaub einzusetzen?

Für die Beantwortung meiner kleinen Anfrage bedanke ich mich.

Andreas Lustenberger

 

Die Alternative – die Grünen sind erstaunt über die rückschrittliche Haltung der Zuger Regierung. Sie stellt sich gegen einen moderaten Gegenvorschlag zur Initiative für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

Heute erhalten werdende Väter genau gleich viel Urlaub wie bei einem Wohnungswechsel: einen Tag. Parteipräsident Andreas Lustenberger hält fest: „Die Geburt eines Kindes ist eines der grössten Ereignisse im Leben eines Menschen. Mütter und Väter müssen gemeinsam eine unterstützende Rolle einnehmen können. Ein Vaterschaftsurlaub darf kein Privileg jener sein, die sich einen unbezahlten Urlaub leisten können.“ Für die Alternative – die Grünen ist es völlig unverständlich, wieso die Zuger Regierung sich in ihrer Stellungnahme nicht positiv zum Kompromissvorschlag der ständerätlichen Sozialkommission äussert.

Oder alles nur ein Missverständnis?
Der Regierungsrat schreibt in seiner Mitteilung jedoch auch, dass durch einen Vaterschaftsurlaub fortschrittliche Lösungen wie etwa eine Elternzeit verunmöglicht würde.  In einer kleinen Anfrage wollen die Alternativen deshalb vom Regierungsrat wissen, ob er bereit wäre, sich beim Bund aktiv für einen ausgewogenen Elternurlaub einzusetzen.