(Kolumne in der Zuger Presse)
 
Bald werden wir über den 200 Millionen Megakredit für die Tangente Zug/Baar abstimmen. Nach der ersten Lesung am 30. April ist die einzige Änderung an der Vorlage des Regierungsrates eine Verschlimmerung: der Riegel Industriestrasse wird von der Liste der flankierenden Massnahmen gestrichen – das Wohnquartier Guthirt soll seinem Schicksal überlassen werden und den massiven Mehrverkehr vom Norden her über sich ergehen lassen.
 
Stehen geblieben
Dieser Entscheid des Kantonsrates ist symptomatisch. Dieser Rat ist mit seiner Verkehrspolitik noch nicht im neuen Jahrtausend angekommen, er macht eine rückwärtsgerichtete Politik und verschliesst die Augen vor den Zeichen der Zeit.
In den U.S.A. ist die „Autogesellschaft“ par excellence an die Wand gefahren: Städte, die mit ihrer Verkehrsinfrastruktur zwar komplett aufs Auto ausgerichtet wurden und dennoch in den Rush Hours verstopft sind und deren System ökonomisch kollabiert, wenn der Ölpreis zu hoch wird. Was im Zeitalter von Peak Oil so sicher kommen wird, wie das Amen in der Kirche. Einen Vorgeschmack hatten wir letztes Jahr schon.
Ein System, das die Klimakatastrophe vorantreibt – die U.S.A. produzieren mit einem Zwanzigstel der Weltbevölkerung einen Viertel des Treibhausgases CO2 – und den grössten Anteil daran hat die Verbrennung von fossilen Treibstoffen im Strassenverkehr.
Der Zuger Souverän kann die Weichen anders stellen – für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik für das 21. Jahrhundert.