Sich schlecht artikulieren können, Mühe haben sich auszudrücken, einzelne Laute (R, S, Sch) nicht richtig sprechen zu können oder aber wegen einer auditiven Wahrnehmungsstörung Mühe haben beim Schreiben und Lesen, das sind sprachliche Entwicklungsstörungen, die mit Hilfe logopädischer Unterstützung ausgeglichen werden. Durch die frühzeitige Intervention mit Logopädie sind die Erfolgschancen während der obligatorischen Schulzeit sehr gut. Schülerinnen und Schüler mit ausgeprägten Sprachentwicklungsstörungen sind klar in der Minderheit, d.h. die Mehrheit ist der Sprache mächtig, wenn sie die Schule verlassen.

Auf Grund meiner Erfahrung als Lehrperson, kann ich ihnen versichern, dass es sich wirklich nur um wenige Fälle handelt, die nach der obligatorischen Schulzeit mit einer Fortsetzung der Logopädie betroffen sind und trotzdem braucht es eine Regelung der Kostenübernahme für logopädische Massnahmen, die speziell 16-20 Jährige betreffen. Während der obligatorischen Schulzeit sind die Unterstützungsmassnahmen bei mündlichen und schriftlichen Sprachschwierigkeiten gewährleistet, d.h. die Kosten werden vollumfänglich durch die Gemeinden übernommen. Defizite lassen sich aber nicht exakt nach 9 Schuljahren abhaken!

Damit der Einstieg ins Berufsleben oder der Wechsel an eine weiterführende Schule gut gelingen kann, sind betroffene Jugendliche auf eine fachliche Unterstützung bei Sprachproblemen angewiesen: Arbeiten präsentieren können, sich in Diskussionen einbringen und argumentieren können, sind Kompetenzen, die für Schülerinnen und Schüler mit einem sprachlichen Defizit eine enorme Herausforderung sind.

Für Schülerinnen und Schüler mit einem Sprachproblem ist diese Situation sehr schwierig und nachvollziehbar, dass mit dieser Unterstützungsmassnahme der Einstieg in die Berufswelt etwas erleichtert  werden kann. Der Übertritt ins Berufsleben bedeutet zugleich, das gewohnte Umfeld zu verlassen und sich mit Unsicherheiten in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Stress wirkt sich auf ihre sprachliche Situation sehr negativ aus und der Leidensdruck nimmt noch mehr zu. Sich möglichst nicht äussern und Rückzug sind Strategien um ihre sprachlichen Defizite nicht hörbar zu machen. Dies kann ihre Leistung allerdings negativ beeinflussen.

In der Pubertät sind die Jugendlichen kognitiv reifer, können sich selber besser wahrnehmen, d.h. das Eigenhören und die Motorik funktionieren besser. Dadurch wird das persönliche Interesse an den Defiziten zu arbeiten wesentlich beeinflusst und ein Erfolg stellt sich häufig in nützlicher Frist ein.

Auch die Motivation sich schriftlich besser ausdrücken zu können, erwacht oft erst während einer Berufsausbildung!

Mit unterstützenden Massnahmen wird das Selbstwertgefühl von jungen Menschen gestärkt und es verhindert so mitunter auch ein Abtriften in die Sozialhilfe.

Auf Grund der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen wurde der Sonderschulunterricht von der IV an die Kantone delegiert. Verschiedene Kantone haben Lösungen erarbeitet (ausser SO, UR und Zug) und übernehmen die Kosten für logopädische Therapie bis zum 21.Lebensjahr. Aktuell bedeutet es für Betroffene im Kanton Zug, dass sie die Therapie selber bezahlen müssen oder wenn es die finanzielle Situation nicht zu lässt, eben keine Therapie möglich ist.

Die ALG unterstützt im Sinne der Regierung die Erheblich Erklärung der Motion. Danke, wenn auch sie die Motion unterstützen und den Betroffenen die Chance geben für einen guten Start ins Berufsleben.

Für die Alternative – die Grünen Zug
Rita Hofer