Das Gesundheitswesen in der Schweiz krankt unter anderem an einem ineffizienten Krankenkassen-Salat, wo für Verwaltungs- und Werbeausgaben, übertriebene Managerlöhne und Profite jährlich Hunderte von Millionen verschwendet werden. Allein mit der Auflösung der unzähligen Reservekässeli könnten Einsparungen in Milliardenhöhe gemacht werden. Dabei handelt es sich um einen Pseudowettbewerb zwischen den 87 Krankenkassen. Das zeigt die geringe Zahl der Personen, die trotz den grossen Unterschieden eine Versicherung wechseln. Da alle Menschen in der Schweiz ohne Vorbehalte in die Grundversicherung aufgenommen werden müssen und da allen Grundversicherten dieselben Leistungen zustehen, ist eine soziale Einheitskrankenkasse viel sinnvoller. Und vor allem viel sozialer: Die Prämie wird nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit festgelegt. Das bisherige System, in dem ein Vasella gleich viel Kopfprämie zahlt wie seine Raumpflegerin, ist höchst ungerecht. Gemäss neuer Lösung müssten zudem Kinder keine Prämien mehr bezahlen. Wäre die CVP wirklich familienfreundlich, würde sie ja stimmen.

Die soziale Einheitskrankenkasse ist auch demokratischer. In den Aufsichtsbehörden der neuen Einrichtung werden die Versicherten gleich viele Mitglieder stellen wie die öffentliche Hand und die Leistungserbringer. Heute haben die Versicherten kaum Einblick, was die 87 Krankenkassen mit ihren Prämien machen. Auch die Kundennähe wird verbessert. Mittel und schwach verdienende Versicherte, so genannte „schlechte Risiken“, müssen nicht mehr damit rechnen, abgewimmelt zu werden. Die neue Krankenkasse soll organisiert werden nach dem Vorbild der AHV-Ausgleichskassen mit ihren Büros und Anlaufstellen in den Kantonen: Dort, wo die Versicherten, insbesondere die Familien, kompetente Ansprechpartner brauchen.