Die AF befürwortet den Kredit von Fr. 35,84 Mio. aus folgenden Gründen:

–          Der Verein ZUWEBE konnte die veränderten Ansprüche im Behindertenbereich fundiert und glaubwürdig darlegen. Behinderte werden immer älter, die Behinderungen zugleich komplexer und dadurch aufwändiger in der Betreuung. Im ersten Arbeitsmarkt werden für behinderte Menschen zunehmend weniger Arbeitsmöglichkeiten angeboten. Für die 10 zusätzlichen Wohn- und 20 zusätzlichen Arbeitsplätze besteht bereits eine grosse Warteliste. Momentan liegt der Kanton Zug im Vergleich mit den andern Kantonen unter dem Durchschnitt bezüglich des Platzangebotes im Wohn- wie im Arbeitsplatzbereich von Behinderten.

–          Durch die intensive Kommissionsarbeit sind wir zur Überzeugung gelangt, dass ein Neubau der Werkstatt der effizienteste Weg ist, um die Zuwebe haustechnisch, energiemässig und in Bezug auf optimale Arbeitsabläufe zu modernisieren. Alles andere wäre ein Flickwerk, das einen logistisch unbefriedigenden Zustand dauerhaft festlegen würde. Die Bau- und Finanzierungskennzahlen bewegen sich in ähnlichen Grössenordnungen wie vergleichbare, bereits bestehende Objekte wie z.B. das Projekt Sonnhalde der Stiftung Maihof oder Consol. Die Kennzahlen sind realistisch und entsprechen dem Standart im Behindertenwesen.

–          Die Zuwebe trägt 10% der Investitionskosten. Als privater Verein hat die Zuwebe in den letzten Jahren Fr. 11 Mio. an Spenden und Gönnerbeiträgen einholen können. Dieser grosse, praktisch ehrenamtliche Einsatz von Privatpersonen zu Gunsten des Behindertenwesens im Kanton Zug ist lobend zu erwähnen. Gemachte Fehler bezüglich Architektenvertrag sind durch die Kommission aufgenommen und Verbesserungen sind erzielt worden. Die dadurch entstandenen Kosten werden von der Zuwebe selber getragen. Für das Controlling wurde ein kompetenter Partner gefunden mit dem renommierten Architekturbüro HRS und dem vom Zentralspital her als sehr fähig bekannt gewordenen Roland Eberle.

–          Wir legen Wert auf den Baubeginn vor 2008, damit der Kanton Zug noch die Bundessubvention in der Höhe von Fr. 8,8 Mio. erhält.

Hier will ich auch Stellung nehmen zum Vorwurf, der in der Kommission immer wieder geäussert wurde, das Projekt sei über die letzten Jahre hinweg stetig aufgebläht worden. Das stimmt nicht. Ursprünglich ging es nur um dringende Renovationen im kleineren Stil. Unterdessen haben etliche Faktoren Bedeutung erhalten, die zuvor nicht beachtet wurden. Zwei Exempel dazu: 1) Die Energiepreise sind drastisch gestiegen. Ursprünglich sprach niemand von einer Fassadenrenovation. Jetzt ist es eine Sparmassnahme ersten Ranges, wenn die Fassade energietechnisch überholt wird im Wohnbau. 2) Die NFA wird konkret: Dies ist der letzte Moment, dass wir vom Bund noch 8,8 Mio. Fr. Subventionen erhalten an dieses Projekt. Sollen wir auf dieses Geld verzichten, nur die dringendsten Renovationen durchführen und das, was sich jetzt als Ganzes sanieren lässt, später in kleineren Tranchen renovieren? Mit dieser Vorgehensweise investieren wir letztlich viel mehr Geld und haben doch nie etwas rechtes. Damit schaden wir der Sache der Behinderten, unseren Kantonsfinanzen und dem Image des Kantons grad auch noch.

Fazit:
Die Zuwebe hat alles gemacht, damit wir noch in den Genuss der Bundessubvention gelangen. Leider sind ihr in dieser Vorbereitungsphase auch Fehler unterlaufen. Die Kommission hat jedoch ebenfalls intensiv gearbeitet, die Situation aufgefangen und wesentliche Verbesserungen bewirkt. Nun liegt es noch am Kantonsrat, seinen Teil dazu zu tun, dass dieses Projekt innert der vorgegebenen Frist verwirklicht werden kann. Deshalb plädiert die Alternative Fraktion für Eintreten.