Die Aves kann es drehen und wenden, wie sie will: Ihr Kernanliegen ist die Förderung der Atomenergie! Wie ernst sie Alternativ-Energien wie die Wind- und Solarenergie nimmt, zeigt deren Vizepräsident Konrad Studerus gleich selber. Seine Behauptung, trotz „Hunderten von Millionen“ habe es diese bloss auf 0,2 Prozent des Strommixes gebracht, unterschlägt zwei Sachen: Erstens hat die Atomenergie in den letzten Jahrzehnten Milliarden von staatlicher Unterstützung bekommen und nur deshalb günstigen Strom produzieren können. Das wichtigste Entgegenkommen des Staates liegt im Umstand, dass die AKW für bloss ein Prozent eines möglichen Schadens versichert sind. Für die restlichen 99 Prozent haften die Steuerzahler und –zahlerinnen. Und zweitens haben die AVES-Mitglieder im Bundeshaus, wie ein Einblick in www.umweltrating.ch zeigt, die erneuerbaren Energien mehr behindert als gefördert. Ein besonders deutliches Beispiel ist der Zuger AVES-Nationalrat Gerhard Pfister.
 
Aus dem gleichen Grund ist es peinlich, wenn die Aves die Klimaerwärmung benützt, um das Festhalten an der Atomenergie zu begründen. Was die Klimapolitik betrifft, stehen die drei Zuger Nationalräte folgendermassen da: Lang: 100 Prozent Ja, Pfister: 0 Prozent Ja, 17 Prozent abwesend, 83 Prozent Nein, Scherer (ebenfalls Aves): 100 Prozent Nein!
 
Die Aves kämpft für den unvernünftigsten Energieträger – die Atomenergie – und bekämpft die vernünftigste aller energiepolitischen Methoden: das Energiesparen. Das zeigt sich in ihrem Kampf gegen die 2000-Watt-Gesellschaft.
Anzuerkennen ist, dass Konrad Studerus – im Unterschied zu anderen Atom-Lobbyisten – zu seiner Pro-Atom-Haltung steht. Auch wenn er den Begriff „Bewegte“ despektierlich meint, gesteht er unfreiwillig ein, dass die AKW-Gegnerinnen und –Gegner geistig einiges beweglicher sind als die Atomlobby. Studerus kann es drehen und wenden, wie er will: Die Atomenergie ist verantwortungslos und unvernünftig.
 
 
Andreas Hürlimann, Kantonsrat, Steinhausen