Nebst guten und sachlichen Beratungen gibt es im Kantonsrat auch Beispiele für Entscheide, die sich nicht mehr auf sachliche Argumente beziehen und stattdessen parteipolitischen Strafaktionen gleichkommen.
 
So geschehen an der Novembersitzung: Zur Diskussion stand ein Projekt der Denkmalpflege, damit das Inventar der schützenswerten Bauten im Kanton Zug vollständig nachgeführt werden kann. Dies ist vor allem im Interesse der Immobilienbesitzer, die ein potenziell schützenswertes Objekt besitzen, wie auch der Gemeinden, die Rechtssicherheit bei den Baubewilligungen benötigen. Darauf wiesen mit Vehemenz die Sprecher der Linken hin, unterstützt durch Heini Schmid, CVP-Kantonsrat, Anwalt und Eigentümer auch von inventarisierten Bauten.
 
Der budgetierte Betrag von Fr. 250’000.- der Direktion des Innern wurde jedoch mit 32:39 Stimmen gestrichen. Die Ablehnung kam vor allem aus den Reihen von SVP und FDP, nebst einigen CVP-Stimmen. Dieser Entscheid widerspricht der offiziell kommunizierten Politik der bürgerlichen Parteien, die sonst sehr viel Wert legen auf Rechtssicherheit für Grund- und Immobilienbesitzer. Doch schien hier leider der Wunsch stärker, mit diesem Exempel der (linken) Direktorin des Innern einen Tritt ans Schienbein zu versetzen, statt sich für das explizite Anliegen des Hauseigentümerverbandes, des Bauernverbandes und der Gemeinden einzusetzen.
 
Berty Zeiter, Kantonsrätin Alternative Grüne Fraktion, Baar
26. Nov. 2010