Am 15. Mai stimmen wir in der Stadt Zug über die 2000-Watt-Gesellschaft ab. Weil die Zukunft der AKW offensichtlich der Vergangenheit angehört, wird das Energiesparen um so dringlicher. Entsprechende Massnahmen können in drei Gruppen eingeteilt werden: Energieform, Effizienzsteigerung und Verhaltensänderungen.
 
Zur Energieform: Jede nutzbare Energie muss zuerst produziert werden. Dabei haben die verschiedenen Produktionsformen einen höheren oder tieferen Anteil graue Energie. Zum Beispiel hat Atomstrom einen Primärenergie-Faktor von 4. Für den Betrieb einer 100-Watt-Birne müssen 400 Watt Atomstrom erzeugt werden. Windkraft hat den Faktor 1,3 und braucht somit nur ein Drittel der Atomenergie für dieselbe Leistung. Wasserkraft hat den Faktor 1,2. Bei der Solarkraft ist es heute schon 1,66.
 
In Sachen Effizienzsteigerung sind die Gebäude, für die ein Drittel unserer gesamten Energie verwendet wird, am wichtigsten. Haben wir 1975 mit den ersten wärmegedämmten Häusern noch 22 Watt pro Quadratmeter verbraucht, sind es beim Label Minergie-P nur noch 3 Watt, also ein Siebentel. Es wurden auch schon Häuser entwickelt, die einen Energieüberschuss produzieren. Aber selbst Stromfresser wie Bildschirme, Tiefkühler, Waschmaschinen, Tumbler, Backöfen etc. werden laufend weiterentwickelt. Im Bereich der Mobilität verbrauchen die Autos und die Bahn auch immer weniger Energie pro zurückgelegten Kilometer.
 
Zu den Verhaltensänderungen: Da die Energie früher viel zu billig war und heute immer noch zu billig ist, haben sich bei uns allen Verhaltensmuster eingespielt, welche bei höheren Energiepreisen sehr kostspielig werden. Zwei alltägliche Beispiele: Wenn im Winter die Haushalte richtig durchlüften statt ein Kippfenster offen zu lassen, kann in der Schweiz die Hälfte der Heizenergie eingespart werden. Ein Mobility-Kunde, der nur Auto fährt, wenn er es braucht, legt im Schnitt pro Jahr 600 Kilometer mit dem Fahrzeug zurück. Mit den anderen Autos wird pro Jahr durchschnittlich 15‘000 Kilometer gefahren. Auch wenn das Mobility-Beispiel für viele nicht gangbar ist, zeigt der Vergleich, wie häufig das Auto für unnötige Fahrten missbraucht wird.
 
Übrigens können viele der erwähnten Massnahmen zahlreiche sinnvolle Arbeitsplätze schaffen – gerade im Kanton Zug. Denken wir nur an die Produkte und Dienstleistungen einer Siemens. Es ist nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich sinnvoll, am 15. Mai der Volksinitiative 2000-Watt für Zug zuzustimmen.
 
 
Josef Lang, Zug