Wie der Bundesrat und wie die staatspolitische Kommission hat nun auch der Nationalrat die Schwyzer Verfassung in einem Punkt abgelehnt. In Schwyz sollte der Kantonsrat in einem System gewählt werden, der für die Bevölkerung grosser Ungleichheiten bringt. Je nach Gemeinde gingen dabei bis fast 50 Prozent der Wahlstimmen verloren. Das Prinzip "Jede Stimme zählt" wird so arg verletzt und die Bundesverfassung, welche sich das Schweizer Volk gegeben hat, ebenso. 

Dieser Entscheid ist für Zug von Bedeutung, weil bei uns das Wahlgesetz im Kantonsrat beraten wird – in zweiter Lesung im Mai 2013. In der ersten Lesung sagte der Kantonsrat Ja zum Zuger Doppelproporz (Pukelsheim), der dafür sorgt, dass viel mehr Wahlstimmen der Bürgerinnen und Bürger mitgezählt werden und so der Wille der Bevölkerung besser zum Ausdruck gebracht wird. Einige Zuger Ratsmitglieder hatten auf ein Ja zum Schwyzer Wahlsystem gehofft, als Vorwand um in Zug die ungleiche Gewichtung der Wahlstimmen (bis zu 1/3 der Stimmen geht verloren) nicht zu beheben. Ich hoffe, nach dem Nationalratsentscheid setzt sich in Zug das ausgeglichenere Wahlsystem durch. In Schwyz kam die umstrittene Verfassung übrigens nur zustande, weil man wollte, dass jede Gemeinde einen Wahlkreis bildet und jede Gemeinde mindestens ein Kantonsratsmitglied stellt. Beides ist in Zug mit dem Zuger Doppelproporz gesichert. So bleibt selbst die kleinste Gemeinde Neuheim ein eigener Wahlkreis und erhält sogar mindestens zwei Sitze! Das ist mehr als die Schwyzer mit ihrer verfassungswidrigen Reform erreichen wollten. Und darum ist ein Ja zum Zuger Doppelproporz eine Win-Win-Situation: Der Bevölkerungswille wird besser abgebildet und die Rechte der (kleinen) Gemeinden bleiben bestehen. 
 
 
Stefan Gisler, Kantonsrat Alternative – die Grünen, Zug