Vasella, gegen den die Basler Justiz im Zusammenhang mit der geplanten 72-Millonen-Abgangsentschädigung ermittelt, hat Risch verlassen. Das Novartis-Projekt im Gut Aabach leider nicht. Im Tagi vom 13. März wird klar aufgezeigt, dass dieses Projekt in Risch Vorgaben vom Bund und auch vom Zuger Richtplan missachtet. Das Gebiet Aabach wäre Landwirtschaftszone, überlagert von Landschaftsschutzzone und Seeuferschutzzone. Gemeinden können zwar Spezialzonen im Umfeld historischer Bauten entwickeln – massvoll. Das Ausbildungszentrum jedoch ist riesig (Bauvolumen von 40 Einfamilienhäusern) und weil die Villa Aabach nicht mehr denkmalgeschützt ist, dürfte man gar keine Spezialzone mehr erlassen. Man kann sich zurecht fragen, wieso die nationalen Umweltverbände nicht einschritten. Nun – Privatpersonen aus der Nachbarschaft haben den Mut gegen Novartis und Zuger Behörden anzutreten. Auch sind der VCS Zug und Pro Natura Zug, ebenso das Gleis 3 sowie die AlternativGrüneFraktion klar gegen das Projekt, welches ein Schutzgebiet beeinträchtigt und Recht verbeugt. Stossend ist, dass der Gemeinderat Risch und die Zuger Regierung – angetrieben vom SVP-Baudirektor Tännler – dieses Projekt nicht nur durchwinken, sondern aktiv vorantreiben. Doch mit über 70% haben die Zugerinnen und Zuger im März 2013 das neue Raumplanungsgesetz gegen Zersiedelung gutgeheissen. Das sollte auch die Zuger Behörden überzeugen, dass Zugs Landschaft und Schutzgebiete nicht verbaut werden. Auch wenn Novartis – ähnlich wie in Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" – mit einem finanziell verlockenden Projekt ködert.
 
 
Stefan Gisler, Kantonsrat Alternative – die Grünen, Zug