Über 20 Prozent der jungen Griechinnen und Griechen haben keinen Job, haben kaum eine Perspektive für ihre Zukunft. Sie sind die Opfer einer rigorosen Sparpolitik, aufgezwungen von den Mächtigen in der EU und im Internationalen Währungsfonds. Die Banker in den Teppich-Etagen applaudieren und verlangen noch mehr Sparmassnahmen. Die jungen Menschen in Athen und in anderen europäischen Schuldnerstaaten dagegen sind verzweifelt.
 
In dieser Lage hat sich der Kanton Zug, respektive dessen Amt für Wirtschaft, aktiv um den Umzug von Coca Cola Helenic (CCH) von Athen nach Zug bemüht – es wird gejubelt. Man lockt multinationale Konzerne mit tiefsten Steuern an, und schwächt so die Volkswirtschaft anderer Länder. Dem griechischen Staat gehen rund 70 Millionen Franken an Steuereinnahmen verloren – im Steuerparadies Zug wird die Firma wohl einen Bruchteil davon bezahlen. Die Schweiz und insbesondere die Steuerparadiese in der Innerschweiz dienen als Steigbügelhalter für multinationale Firmen wie Coca Cola und Co. Sie bereichern sich dabei auf unverschämte Art auf Kosten von krisengeplagten Ländern und deren Bevölkerung.
 
Das Anlocken von Firmen aus den Krisenländern ist auch wirtschaftlich gesehen ein Unsinn: Es verschärft die Krise im Euro-Raum. Vom Euro-Raum hängen in der Schweizer Industrie und im Tourismus aber viel mehr Arbeitsplätze ab, als die nun hinzu gewonnen zwei Dutzend Kaderjobs von CCH in Zug. Und politisch ist es kurzsichtig; es erhöht den Druck aus der EU auf die Steuer-Dumping-Politik der Schweiz – für weitere bilaterale Gespräche ein klassisches Eigengoal.  
 
Die Jungen Grünen stehen für Europa ein: Unsere Solidarität gilt nicht den Abzockern, den Steuerflüchtlingen und ihren Helfern in der Politik. Unsere Solidarität gilt den jungen Griechinnen und Griechen, die um ihre Zukunft betrogen werden. 
 
 
Andreas Lustenberger, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz