Vor der Volksabstimmung über die Unternehmenssteuerreform II im Februar 2008 erklärte Hans-Rudolf Merz, damals noch Bundesrat und Finanzminister, es gehe um eine geringe steuerliche Entlastung von kleinen Gewerblern, welche  sich auf nur 86 Millionen Franken beim Bund und 850 Millionen bei den Kantonen summieren. Doch diese Steuerreform mit der steuerbefreiten Kapitalrückzahlung bei Grosskonzernen bringt heute Milliardenausfälle! Selbst das Bundesgericht beanstandete im Nachhinein eine Täuschung der Stimmbürger. So hat der Bundesrat im März 2011 Lösungen angekündigt, mit denen er das Steuerschlupfloch des Kapitaleinlageprinzips – wenigstens teilweise – schliessen will.
 
Leserbriefschreiber Schaub aus Walchwil (und Wirtschaftsanwalt in Baar/ZG) fährt schweres Geschützt auf, getreu seiner ehemaligen militärischen Laufbahn im Inf Rgt 24. Er blendet in seiner ideologisierten Kritik an unseren Aussagen aus, dass sich nach dem Ständerat anfangs Jahr auch die die Wirtschaftskommission des Nationalrates für Massnahmen gegen dieses Steuerschlupfloch aussprach. Die grosse Kammer hat die Motion aus dem Ständerat schlussendlich gegen den Willen des aktuellen Bundesrats.
 
Zum Thema Doppelbesteuerung: Nehmen wir an wir haben eine AG und einen Aktionär. Das sind zwei verschiedene Personen, und das ist nach unserer Auffassung auch gut so. Dieser Umstand hat einen erheblichen Vorteil: Wenn der Aktionär privat ein schönes Haus hat und seine AG Konkurs geht, kann er sein Haus behalten. Seine AG liquidiert er in diesem Fall. Da haben wir zwei rechtlich unabhängige Personen. Daher gibt es in diesem Fall keine Doppelbesteuerung.
 
Aktuell haben wir wegen des ‚Giesskannenprinzips’ der Unternehmenssteuerreform II einen massiven Steuerausfall. Insgesamt werden die kumulierten Steuerverluste in den nächsten zehn Jahren bis 30-mal höher sein als vom Bundesrat und von Economiesuisse damals beziffert. Das ist ungeheurlich! Dieses Geld fehlt uns Bürgerinnen und Bürgern – zum Beispiel zur Finanzierung von Schulen, Spitälern, Altersheimen etc. In der Stadt Zug wird jetzt sogar in der Bildung gespart und Vereine werden teils massiv mehr zur Kasse gebeten. Dies auch weil Zug viel tiefere Steuereinnahmen hat.
 
Andreas Hürlimann, Steinhausen und Stefan Gisler, Zug
Kantonsräte Alternative – die Grünen