Die Vernehmlassung der Zuger Baudirektion zur Richtplanänderung für den Bau einer Doppelspurinsel der SBB in Walchwil ist abgeschlossen. Die Baudirektion spielt in ihrer tendenziösen Zusammenfassung der Resultate leider zwei wesentliche Punkte herunter respektive verschweigt sie ganz.
 
Erstens wurde das Vorhaben als solches von mehreren Vernehmlassern – von einer Partei, von Verkehrsorganisationen und auch von Privaten – grundsätzlich und ausführlich begründet in Frage gestellt. So auch von der Alternative – die Grünen. Der Nachweis für die Dringlichkeit und zwingende Notwendigkeit der Doppelspurverlängerung ist aus heutiger Sicht nicht erbracht. Zu viele Fragen sind noch offen und es ist gut möglich, dass sich in ein paar Jahren herausstellen wird, dass dieser Doppelspurabschnitt am falschen Ort steht. Und für die Kreuzung von Fernverkehr und Stadtbahn würde eine kurze Ausweichstrecke beim Hörndli genügen.
 
Zweitens dürfte die zweijährige Sperrung der Bahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau ausgerechnet nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnel nicht nur bei zahlreichen Vernehmlassern, sondern auch in breiten Teilen der Bevölkerung Kopfschütteln provozieren – angesichts all der Unannehmlichkeiten für die Bahnreisenden. Die Sperrung wäre nur mit absolut zwingenden Gründen zu rechtfertigen. Diese fehlen aber. Diesen zentralen Kritikpunkt übergeht die Baudirektion einfach.
 
In einer allfällig notwendigen Referendumsabstimmung dürften es SBB und Obrigkeit schwer haben, mit solchen Tricksereien erfolgreich zu sein.
 
 
Martin Stuber, Kantonsrat, Zug