Kantonsrätin Hanni Schriber-Neiger zur Abstimmung über die 2. Röhre

Gleichzeitig die Verlagerung der EU-Lastwagen auf die Schiene wollen und dazu noch eine zweite Strassenröhre bauen überspannt den Bogen in jeder Hinsicht. Das Schweizer Volk hat 1992 der Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) mit den Basistunnels am Gotthard, am Lötschberg und am Ceneri mit Eröffnung 2020, zugestimmt. Mit dieser riesigen Investition von 24 Milliarden soll der Schwerverkehr von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Die neuen Basistunnels am Gotthard und Ceneri werden die Fahrt in Nord-Süd und Süd-Nord-Richtung gegenüber heute um eine Stunde verkürzen. Ende dieses Jahres geht am Gotthard die NEAT in Betrieb, welche das Tessin besser an den Rest der Schweiz anbinden wird als es je der Fall war. Je höher die Auslastung der NEAT durch den Güterverkehr sein wird, desto besser die Wirtschaftlichkeit.
 
Ein Bau einer zweiten Strassenröhre sabotiert die Ziele der NEAT und ist ein Widerspruch zur Schweizer Verlagerungspolitik. Denn mit einer zweiten Röhre gibt es für die Wirtschaft weniger Anreiz, Güter vermehrt mit der Bahn zu transportieren. Es braucht keine weitere teure Röhre, wenn wir nicht in der Lastwagenflut, wie z.B. am Brenner, beidseits der Alpen versinken wollen. 
 
Während der Sperrung des bestehenden Tunnels kann eine rollende Landstrasse mit einem leistungsfähigen Verlad für Autos und Lastwagen eingerichtet werden. Kapazität ist genügend vorhanden. Mit dem Nichtbau einer zweiten Röhre beweist die Schweiz, dass sie die Transitgüter durch die Schweiz auf der Bahn abwickeln kann, wie dies das Stimmvolk mit der Verlagerungspolitik seit 20 Jahren fordert.
 
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin, Rotkreuz