Damit es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt, braucht es bekanntlich eine Frau und einen Mann. Darum werden Schwangerschaftsabbrüche von Männern und Frauen gemeinsam über die obligatorische Grundversicherung finanziert. Die Initiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“, will jedoch den Schwangerschaftsabbruch als Pflichtleistung der obligatorischen Grundversicherung der Krankenkassen streichen. Die Männer werden aus der finanziellen Mitverantwortung entlassen und die Frauen sollen diese allein und zwar privat tragen. Dies ist nicht nur ein Schlag gegen Frauen in prekären finanziellen Verhältnissen sondern eine Diskriminierung aller Frauen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft in eine persönliche Notsituation geraten. 
 
Die Fristenregelung hat sich bewährt: Die Schweiz hat die niedrigste Abtreibungsrate weit und breit. Alle Frauen haben Zugang zum legalen, fachgerecht durchgeführten Schwangerschaftsabbruch, weil wir am 2. Juni 2002 auch Ja gesagt haben zur Kostenübernahme durch die Krankenversicherung.
 
Ein normaler medikamentöser Schwangerschaftsabbruch kostet 500 bis 1’000 Franken, ein chirurgischer um die 1’000 bis 1’500. Frauen zahlen wegen Franchise und Selbstbehalt daran einen beachtlichen Teil selbst. Die Einsparungen wären also absolut gering. Es macht nicht einmal  0,03 Prozent aller von der Krankenversicherung getragenen Kosten.
 
Ich zahle mit meinen Krankenkassenprämien gerne ein paar Rappen im Monat dafür, dass ungewollt schwangere Frauen nicht mehr – wie vor 50 Jahren – Leib und Leben bei Pfuschern riskieren müssen. 
 
Barbara Beck-Iselin
Co-Präsidentin Alternative – die Grünen Zug