Vor wenigen Tagen verteilte ich Flyers mit Argumenten für die Waffenschutzinitiative. Da hörte ich tatsächlich, wie eine Passantin meinem Kollegen sagte, sie wolle lieber erschossen werden als mit einem Küchenmesser erstochen.
Ähnliche Argumente hörte ich immer wieder. Es ist klar, mit der Initiative „Schutz vor Waffengewalt“ können wir leider Gewalt nicht ausschliessen. Gewalt ausüben kann man mit allen Gegenständen, auch mit dem eigenen Körper. Im Unterschied zu vielen täglichen Gebrauchsgegenständen ist aber die Schusswaffe zum Töten da. Tatsache ist auch, dass heutzutage ein vorhandenes Gewehr schneller dazu verleitet, zu drohen, halt auch zu töten, sei es andere oder sich selber, denn die Hemmschwelle zur Gewalttaten ist gesunken, die Menschen sind in unserer hektischen Zeit weniger belastbar geworden. „Weniger Waffen in privaten Haushalten reduzieren das Aggressionspotential für Angriffe auf Menschen und sich selbst“ – das sagte der Einsiedler Abt Martin Werlen, der die Initiative zusammen mit den Schweizer Bischöfen unterstützt. Wenn mit der Annahme der Initiative nur ein paar Menschenleben  gerettet werden, wenn nur ein paar Familien weniger Angst vor Drohungen haben müssen, wenn nur ein paar Menschen nicht Suizid begehen, weil in einer für sie schwierigen Situation die Schusswaffe zur Tat gefehlt hat, lohnt es sich, dieser Initiative zuzustimmen.

Anna Lustenberger-Seitz, Kantonsrätin Alternative – die Grünen Baar