Eine knappe Mehrheit des Volkes und eine deutliche Mehrheit der Stände haben am Sonntag die Initiative von Franz Weber angenommen. Das Schweizer Volk hat Nein gesagt zum uferlosen Bau von Zweiwohnungen in Tourismusgebieten. „Viel zu lange hat die Politik zugeschaut, wie einige Bergdörfer zubetoniert wurden und Geisterstädte in die Höhe schossen“ – so der Kommentar von Eva Novak in der Neuen Zuger Zeitung vom Montag. Wenn die Politik zuschaut, ja dann hat die Baulobby freie Hand und zerstört aus Geldgier unsere Heimat. Was bleibt sind dann ein paar Postkarten, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben.
 
Eine ähnliche Abstimmung steht uns in Baar im Juni bevor: Da soll im Naherholungsgebiet von Baar, Kappel und Hausen ein riesiger Golfpark entstehen. Einen vierfarbigen Werbeflyer für den Golfpark Zugersee haben wir Baarerinnen und Baarer schon erhalten, indem uns eine ökologische Aufwertung vorgegaukelt wird. Und ein Meinungsforschungsinstitut befragt derzeit telefonisch nach der Wirkung des Flyers. Die Befürworter scheinen über riesige Geldmittel zu verfügen. Wir Baarerinnen und Baarer können uns in den nächsten Wochen und Monaten noch auf eine Propaganda-Walze gefasst machen.
 
Dabei sind die Parallelen klar: Zweitwohnungen mit permanent geschlossenen Läden sind abschreckend für den ganzen Tourismus. Auf Golfplätzen haben Kühe nichts mehr zu fressen; die Golfplätze nehmen den Bauern das wichtige Kulturland weg. Wollen wir wirklich unser Land, unsere Heimat weiter verbauen und verspielen?
 
 
Anna Lustenberger-Seitz, Baar