Polittalk von Luzian Franzini, Junge Alternative

Die Autolobby jammert im Zuge des Abstimmungskampfes zur Milchkuhinitative und behauptet, dass Autofahrer die „Milchkühe der Nation“ seien. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild: Die Allgemeinheit und nicht der Autofahrer wird gemolken!

Durch Mineralölsteuer, Autobahnvignette, Motorfahrzeugsteuer etc. kommen jährlich 8.37 Mrd. Franken zusammen. Davon werden 7.25 Milliarden für die Strasse verwendet. Die Autofahrer verursachen jedoch ein Vielfaches an Kosten, über welche praktisch nie gesprochen wird. Beispiel Bodenverbrauch: 581 Quadratkilometer werden in der Schweiz vom Strassenverkehr beansprucht, rund 50% mehr als wir zum Leben beanspruchen! Laut einer Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung kosten Unfälle, Lärm etc. weitere 9 Milliarden Franken pro Jahr. Die Kompensation des vom Individualverkehr verursachten CO2 kostet weitere 10.4 Milliarden.

Obwohl noch lange nicht alle Faktoren aufgezählt, zeigt sich ganz klar, dass die Allgemeinheit den Autoverkehr massiv subventioniert. Der ETH-Professor Anton Guzinger hat eine komplette Rechnung mit allen von den Autofahrern beanspruchten Gütern erstellt und kommt auf ein erstaunliches Ergebnis. Ohne Subventionen, also mit Einbezug aller verursachten Kosten, würde der Liter Benzin 11.62 Fr kosten. 6x mehr als heute! Der Autoverkehr ist heute also (noch) viel zu billig. Für eine ökologische Umgestaltung der Gesellschaft kommen wir nicht darum herum, externe Kosten in die Preisgestaltung miteinzubeziehen. Das sollten gerade Bürgerliche, die das „Leistungsprinzip“ gerne in ihren Argumentationen einbauen, endlich verstehen.

Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz, Rotkreuz