Wenn ich abends an der Zuger Seepromenade entlangfahre, so bin ich auf dem Veloweg meist fast alleine und kann all die einzeln besetzten Autos, welche dort im Stau stehen, mühelos überholen. Als Velofahrer musste ich noch nie einen Parkplatz suchen und hatte auch noch nie eine Parkbusse. Ehrlich gesagt fahre ich noch nicht einmal besonders gerne Velo, trotzdem ist es für mich das attraktivste Fortbewegungsmittel auf kurzen Strecken. Dennoch wagen sich viele nicht mit dem Velo durch die Stadt. Es sprechen einige Argumente dafür, in Zug nicht Velo zu fahren. Dazu gehört das Wetter sicher nicht. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!

Ein ernstzunehmendes Problem sind jedoch die komplizierten und unvorteilhaften Velowege in Zug. Ich fahre schon seit meiner Kindheit Velo in der Stadt Zug und weiss bis heute nicht, wie ich die Strecke vom goldenen Kiosk bis zum Bahnhof korrekt fahren muss. Und wenn man sich an unüberschaubaren Stellen aufs Trottoir flüchtet, so fährt man garantiert sicher einem Polizisten in die Arme und ist das Geld, welches man an Benzin gespart hat, gleich wieder los.

Viele Velospuren führen entlang stark befahrener Strecken und sind nicht sicher. So kann eine kleine Einkaufstour für eine Familie auf Velos zur Zumutung werden. Vor allem in Zug, wo nur die protzigsten und grössten Wagen unterwegs sind.

Das Velo fahren muss attraktiver gestaltet werden. Eine klare Trennung von Veloweg und Strasse ist an stark befahrenen Stellen unbedingt nötig. Zudem braucht es mehr und besser verteilte Veloständer, öffentliche Pumpen und autofreie Zonen. Danke an dieser Stelle an Pro Velo und den VCS für ihr Engagement!

Ich glaube viele würden gerne ihr Velo aus dem Keller holen und sich auf den Sattel schwingen, um nicht nach der Arbeit noch lange im Stau stehen zu müssen. Städte wie Kopenhagen haben gezeigt, dass die Leute wirklich mehr Velo fahren, wenn die Velowege attraktiv sind und man das Velo fahren aktiv fördert. Ausserdem – egal ob ihr mir glaubt oder nicht – mit dem Velo ist man immer schneller am Ziel!

Florin Simmen, Junge Alternative Zug

Artikel erscheint im Polittalk der ZugerWoche