Am Montag Nachmittag, 12. Oktober 2009, trafen sich in Zug ca. 50 Leute aus verschiedenen Aktivengruppen von Genf und Bern, unterstützt von den Jungen Alternativen des Kantons Zug und der Alternative – die Grünen Zug. Es ging darum, zwei mutige Frauen aus Chile (Beatriz Morice) bzw. vom Volk der Wayuu in Kolumbien (Karmen Ramírez) sowie  zwei Gemeinschaftsführer aus Dörfern in unmittelbarer Umgebung der Cerrejón-Kohlenmine (Yoe Arregoces und Wilman Palmezano) zu unterstützen, wenn sie die grösste Schweizer Firma Glencore und ihre Tochterfirma Xstrata an ihren Sitzen in Baar und in Zug mit Fragen und Forderungen konfrontierten.
 
Berty Zeiter, Kantonsrätin der Alternativen Grünen Fraktion, nahm während der Manifestation mit folgenden Worten Stellung zur zugrunde liegenden Problematik:
 
„2005 bin ich hier in Zug Deborah Barros begegnet, einer Anwältin aus dem Stamm der Wayuu wie Karmen Ramírez. Sie hat mich tief betroffen gemacht mit ihren Schilderungen über die Not, das Leiden ihres Volkes und über die Ungerechtigkeiten, denen ihr Volk ausgeliefert ist. Damals hat es die Glencore direkt betroffen, heute ist die Glencore noch indirekt involviert, weil sie ihren Anteil an der riesengrossen kolumbianischen Mine El Cerrejón weiterverkauft hat an ihre Tochterfirma Xstrata.
 
Zwischenzeitlich kamen verschiedene direkt Betroffene aus Kolumbien und Peru nach Zug und haben uns Alternative – die Grünen um unsere Unterstützung gebeten in ihrem Kampf als David gegen den Riesen Goliath, gegen die allmächtigen multinationalen Rohstoffausbeuter und Handelsfirmen wie Glencore und Xstrata. Das eine Transparent sagt: „Die Armut dort ist die Kehrseite des Reichtums hier“. Dieser Zusammenhang ist uns schmerzlich bewusst, und wir fordern von den bei uns domilizierten und von unserem Steuersystem extrem profitierenden multinationalen Konzernen:

  • Hört die von eurer Unternehmensstrategie am direktesten Betroffenen an und nehmt eure soziale Verantwortung ihnen gegenüber wahr. Verschanzt euch nicht hinter euren komplizierten Firmenstrukturen, nur um euren eigenen Profit maximieren zu können. Sondern nehmt auch als Firmeneigentümer wie als Arbeitgeber die durch eure Projekte verursachten Leiden der Bevölkerung wahr und setzt eure Einflussmöglichkeiten ein, um diese Leiden zu vermeiden.
  • Gebt den Gewerkschaften in euren Betrieben die Handlungsmöglichkeiten, die ihnen vom Recht her zustehen. Nehmt sie ernst als eure Gesprächspartner, mit denen ihr am runden Tisch konstruktive Lösungen für bestehende Probleme finden könnt.
  • Haltet eure gemachten Versprechungen ein und sorgt für eine schnelle Umsetzung, damit nicht bloss ihr die grossen Gewinne macht, sondern damit auch die einheimische Bevölkerung vom Reichtum der Rohstoffe im eigenen Land profitieren kann.

Die Globalisierung schreitet voran. Eine Auswirkung davon ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter in vielen südlichen Ländern, wie konkret in Kolumbien und Chile, ihre Arbeitskraft und oft sogar ihr Leben hergeben müssen, um unseren Reichtum zu vermehren. Wir leben hier in Zug, im reichsten Kanton des reichsten Landes der Welt, und profitieren von ihnen. Aber auch die soziale Dimension der Globalisierung wächst. Darum setzen wir uns hier in Zug auch für jene ein, die auf der südlichen Halbkugel leben, arbeiten und leiden, damit ihre Hoffnung auf ein besseres Leben eines Tages auch Wirklichkeit wird.“
 
Berty Zeiter, Kantonsrätin Alternative-die Grünen Zug; 12. Oktober 2009