Baudirektor riskiert Schulraumnot

Die Alternative – die Grünen steht zur vom Kantonsrat im 2008 mit grossem Mehr beschlossenen Standortplanung für die kantonalen Mittelschulen: das kgm in Menzingen, die Kanti in Zug und die Wirtschafts- und Fachmittelschule ebenfalls in Zug (Hofstrasse).
 
Dafür sprachen und sprechen viele gute Gründe – unter anderem die viel tieferen Kosten, da vorhandene Schulbauten günstig genutzt werden können, sowie der Vorteil von eigenständigen Schulprofilen dank verschiedener Standorte. Zudem sind kgm und FMS beliebte, gute Schulen am richtigen Ort, für deren Umzug es keinen Grund gibt. Der Entscheid vom 2008 war richtig, selbst wenn das Land in Cham damals zu kaufen gewesen wäre.
 
Nach der aufwändigen über drei Jahre dauernden Planung kann nun der Kantonsrat über die Kredite für die notwendigen Erweiterungen dieses Jahr befinden und die dringend benötigen Schulräume können endlich gebaut werden. Noch im Dezember 2011 stand die Regierung im Rahmen einer Interpellation zum kgm im Kantonsrat ohne Wenn und Aber hinter der beschlossenen Standortplanung – ebenfalls waren alle Parteien im Rat dafür, selbst Tännlers SVP.
 
Offenbar liess sich der Baudirektor von einem Bericht in einer Lokalzeitung, dass der Liegenschaftsbesitzer dem Chamer Gemeinderat Verhandlungsbereitschaft signalisiert habe, so verunsichern, dass er ohne Auftrag und unter Missachtung des demokratischen Entscheides des Kantonsrates Verhandlungen aufnahm und per Medienmitteilung den Standort Cham wieder ins Spiel brachte – ohne Schulen, zuständige Kommissionen oder den Kantonsrat vorgängig über seine Absichten zu informieren.
 
Wir kritisieren Baudirektor Tännler, der …
 
– den Willen des Kantonsrates missachtet.
 
– Medienberichte in Lokalzeitung als Handlungsauftrag versteht.
 
– die eigene langjährige und mit grossen Kosten verbundene Planung grundlos gefährdet.
 
– Schulen, Eltern und SchülerInnen verunsichert.
 
– Mehrkosten im Umfang von Dutzenden von Millionen Franken in Kauf nimmt.
 
– die dringend nötigen Kreditanträge für die Erweiterungsbauten an  der Kanti (inkl. Dreifachhalle) und in Menzingen zurückhalten will und somit Schulraumnot hervorruft.
 
– durchblicken lässt, dass er die Erweiterungen für die Kanti gutheisst, die im kgm oder für die Wirtschafts- und Fachmittelschule jedoch nicht, und so klar macht, dass er in der von ihm angekündigten Neubeurteilung der Standorte voreingenommen ist.
 
Wir fordern die Regierung auf, den demokratischen Entscheid und Prozess zu respektieren und umgehend die Kreditanträge in den Kantonsrat zu bringen, damit dieser darüber befinden kann.