Die Alternativen – die Grünen Zug sind enttäuscht und bedauern die Ablehnung der Initiative „für den Schutz vor Waffengewalt“. Der Mythos des bewaffneten Schweizers hat auf eidgenössischer Ebene insbesondere auf dem Land überzeugt und mobilisiert und dadurch die Vorlage zum Kippen gebracht. Das Abstimmungsergebnis in den grossen Städten und der Romandie zeigt aber, dass eine Werteverschiebung im Gang ist.
Im Kanton Zug haben rund 43 Prozent der Initiative zugestimmt. Dies ist das beste Resultat in der Zentralschweiz und liegt weit über dem Wählerpotential von Linken und Grünen.
 
Unter dem Druck der Initiative sind bereits einige wichtige Verbesserungen zustande gekommen. So wird am Ende der Wehrpflicht dem Soldaten nicht mehr automatisch das Gewehr abgegeben oder die Waffe kann während der Dienstzeit nur noch ohne Munition nach Hause genommen werden. Verbesserungen wie diese haben die Initiative wohl unter ihre Mehrheitsfähgigkeit gedrückt.
 
Die Annahme der Initiative wäre ein wichtiger Schritt für die Suizidprävention, die Bekämpfung häuslicher Gewalt und die Verhinderung von öffentlichen Gewalttaten wie in Zug oder in Höngg gewesen. Dass die Initiative in den meisten Städten und in der Romandie angenommen wurde, zeigt, dass eine Werteverschiebung im Gang ist. Die gesellschaftlichen Herausforderungen liegen heute nicht mehr beim Schutz der Landesgrenzen sondern beim Schutz der Familie, des Individuums und der Umwelt.
 
Die Hauptgegner der Volksinitiative „Schutz vor Waffengewalt“, die Schützenvereine, haben den Untergang ihres Sportes prophezeit, obwohl sie genau wussten, dass die lizenzierten Schützen ihre Waffen weiterhin zu Hause aufbewahren dürfen. Damit haben sie den Mythos des bewaffneten Schweizers heraufbeschworen, auch um die millionenschwere Subventionierung des Schützensports zu erhalten. Andere Initiativgegner haben die Gesetzesverschärfungen betont, die es dank der Initiative und dank Schengen in jüngster Zeit tatsächlich gegeben hat. Dabei haben sie unterschlagen, dass beispielsweise die kantonalen Waffenregister bloss einen Viertel aller Waffen erfassen.
 
Unbestrittene Forderungen der Initiative sollen umgesetzt werden
Die Alternativen – die Grünen Zug verlangen, dass die beschworenen Fortschritte, wie beispielsweise die Verbannung der Munition aus den Haushalten, endlich durchgesetzt werden. Weiter verlangen wir, dass die drei Forderungen, die im Abstimmungskampf kaum oder gar nicht bestritten waren, sofort umgesetzt werden: das Verbot besonders gefährlicher Waffen wie der Pump Action, die Schaffung eines zentralen Waffenregisters sowie die gemeinsame Einsammelaktion von Schusswaffen durch Bund und Kantone.
 
 
Für die Alternative – die Grünen Zug
Andreas Hürlimann, Co-Präsident

Zug, 13. Februar 2011