1. Generelle und grundsätzliche Bemerkungen

Die Grünen Risch-Rotkreuz haben im positiven Sinn zur Kenntnis genommen, dass das Gesamtverkehrskonzept (GVK) nun mit einiger Verzögerung, dafür aber inhaltlich umfassend, zur öffentlichen Mitwirkung bekanntgegeben wurde. Die ganzheitliche Betrachtung der Verkehrssituation auf dem ganzen Gemeindegebiet mit allen Verkehrsarten ist notwendig, um die dafür geeigneten Massnahmen verbindend planen und innert den genannten Zeithorizonten auch tatsächlich umsetzen zu können.

  1. Fragen

 

  1. Finden Sie „die Stossrichtung“ des kommunalen Gesamtverkehrskonzeptes der Gemeinde Risch richtig?

Das Konzept umfasst alle Verkehrsteilnehmende, was hinsichtlich des heutigen Ist-Zustandes wie auch der Überprüfung von Massnahmen für die Zukunft als sinnvoll zu bezeichnen ist. Das GVK zeigt insbesondere auch korrekt auf, dass gerade im Langsamverkehr grosser Handlungsbedarf besteht, um die heute unbefriedigende Verkehrssituation in den nächsten Jahren nachhaltig zu korrigieren.

In diesem Sinne kann das erarbeitete GVK in inhaltlicher Hinsicht als gute Basis und weitere Entscheidungsgrundlage qualifiziert werden.

  1. Sind Sie mit dem Vorschlag zur Umsetzung des Massnahmenpaketes 1 einverstanden (siehe Kapitel „5.2 Umsetzung“ im Gesamtverkehrskonzept vom 5. März 2018)?

In Ziffer 4 der vorliegenden Stellungnahme (Eingaben zu den Kapiteln des GVK) sind alle seitens der Grünen Risch-Rotkreuz notwendigen Ergänzungen und Korrekturen zum GVK konkret erwähnt und aufgelistet.

Hinsichtlich der auf Seite 43 des GVK erwähnten Massnahmenpakete ist festzustellen, dass einige Massnahmen lediglich im Themenspeicher aufgenommen sind und damit gar nicht für eine konkrete Umsetzung geplant sind. Das ist wohl gemeindeseits damit zu begründen, dass teilweise kantonale Behörden oder Private mitinvolviert sind. Dies alleine kann jedoch kein Grund sein, solche Massnahmen lediglich in den Themenspeicher, welcher möglicherweise dann wenig konkret weiterbearbeitet wird, zu verschieben.

Wir beantragen, dass die folgenden Massnahmen vom Status «Themenspeicher» in den Status «Umsetzung in Zusammenarbeit mit Bund, Kanton, Privaten» geändert werden:

Massnahmen:

  • 10, FRV.11, FRV.12, FRV.14, FRV.17, FRV.18, FRV.19, FRV.20
  • 8, BG.9
  • 2
  • 2

Aus Sicht der Grünen Risch-Rotkreuz haben folgende generelle Massnahmen höchste Priorität:

  • Generelle Verbesserung der Attraktivität von Radwegverbindungen, insbesondere der heutigen Unterführung Kreuzplatz – Bauernhof/Kreisel Mattenstrasse/Poststrasse
  • Erhöhung der Sicherheit für Fussgänger und Velofahrende (auf bestehenden Verkehrsflächen oder Projekten des GVK)
  • Mittelfristige Erweiterung der Begegnungszone (ab Lindenmattkreisel bis Dorfmattkreisel)
  • Anpassung der Geschwindigkeitslimiten im Dorf / Nahverkehrsbereich
  • Weiterentwicklung des Möbilitätskonzeptes (Veloverleih, Carsharing/Carpooling usw.)
  • Nichtrealisierung des Halbanschlusses Buonas
  1. Welche Massnahme fehlt aus Ihrer Sicht im kommunalen Gesamtverkehrskonzept?

Aus Sicht der Grünen Risch-Rotkreuz fehlen explizit keine Massnahmen. Das GVK kann in dieser Hinsicht als ganzheitlich und gut bezeichnet werden.

Grundsätzlich muss ein viel grösserer Anreiz geschaffen werden, um weiteren, zunehmenden motorisierten Verkehr zu vermeiden. Mit der enormen Bautätigkeit bis jetzt und auch in den zukünftigen Jahren wird die Verkehrsplanung als laufender Prozess gesehen, der immer wieder überdacht und angepasst werden muss.

Hinsichtlich von bereits bekannten, konkreten oder noch geplanten Bauprojekten (z.B. Bebauungsplan Chäsimatt) ist absehbar, dass in den nächsten Jahren in der Gemeinde kurz- und mittelfristig weiterhin ein zunehmender motorisierter Verkehr stattfinden wird. Umso wichtiger und entscheidender ist es, dass alle Massnahmen des GVK auch tatsächlich für eine Umsetzung vorgesehen werden und nicht, wie teilweise beabsichtigt, in einem «Themenspeicher» verpackt werden, ansonsten keine langfristige Verbesserung der heute bestehenden Verkehrssituation erzielt wird. Konkret bedeutet dies, dass nach Ansicht der Grünen Risch-Rotkreuz für viele Massnahmen die Priorisierung entsprechend höher zu gewichten bzw. zu ändern ist (siehe Ziffer 4 nachfolgend).

  1. Eingaben zu den Kapiteln des Gesamtverkehrskonzeptes

Zum vorgeschlagenen Massnahmenpaket nehmen wir wie folgt Stellung:

FRV.2       Fuss-Veloachse Chamerstrasse:

Ist unbestritten. Sie sollte aber attraktiv und vom motorisierten Verkehr getrennt realisiert werden. Wichtig ist eine sichere Querung der Chamerstrasse für den Fussgänger- und Veloverkehr. Es ist auch eine Absenkung der Autofahrbahn ins Auge zu fassen.

FRV.3       Netzlücken Quartier:

  • Die Querung der Chamerstrasse bei der Mattenstrasse/Industriestrasse ist für Velo und Fussgänger gefährlich. Hier muss eine Verbesserung im Zusammenhang mit der Massnahme BG.8 (Umgestaltung Chamerstrasse) erzielt werden.
  • Das Gebiet „Suurstoffi“ muss auch während der Bauzeit besser und direkter für Fussgänger erreichbar sein.

FRV.4      Netzlücken Naherholung:

Netzlücken für Fussgänger und Rollstuhlfahrende schliessen.

FRV.5      Netzlücke Birkenstrasse/Industriestrasse:

Ja, muss unbedingt verbessert werden.

  • Priorität hoch (statt mittel)

FRV.6      Fuss- und Veloroute entlang Reuss:

Im heutigen Zustand belassen. Es braucht keine Attraktivitätssteigerung des Veloverkehrs in den Naturschutzgebieten; diese Gebiete sollen weiterhin einem Schutz vor einer Zunahme von nicht erwünschtem Veloverkehr (z.B. Fahrverbot auf Gehwegen entlang der Reuss durchsetzen) unterstellt sein.

FRV.8      Neue Querungsstellen Fussverkehr:

  • Priorität hoch (statt mittel)

FRV.9      Fuss- und Veloinfrastruktur Küntwilerstrasse:

Radstreifen bergwärts zwingend markieren, dafür den Mittelstreifen entfernen.

Mit farbigen Seitenrändern die Fahrbahn optisch verengen.

FRV.10    Fussinfrastruktur Buonaserstrasse:

Das neue Trottoir auf der Seite AMC/Bachmann/Tennisplatz bis Sijentalwald

trägt zu mehr Sicherheit der Fussgänger bei. Auf dem bestehenden Velo- und Fussweg ca. alle 100 m Bodenmarkierungen (Piktogramm Velo und Fussgänger) anbringen, die auf die gemischte Nutzung hinweisen.

FRV.11    Veloinfrastruktur Meierskappelerstrasse:

Die Sicherheit und Attraktivität mit einem separat geführten Weg für Velo- und                                Fussgänger wird gesteigert.

  • Priorität hoch (statt mittel), Zeithorizont sofort.

FRV.13    Fuss/Veloinfrastruktur Blegistrasse:

Die Fussgängersicherheit muss umgehend an die Hand genommen werden.

Eine sofortige Reduktion der Geschwindigkeit von Tempo 80 auf Tempo 60 bringt sofort mehr Sicherheit für den Langsamverkehr.

  • Priorität hoch (statt mittel)

FRV.14    Veloinfrastruktur Rischerstrasse:

Die engen Verhältnisse in Risch machen es notwendig, die Veloinfrastruktur vom                                           motorisierten Verkehr zu trennen,

  • Priorität mittel (statt gering) / Zeithorizont: mittelfristig (statt langfristig)

FRV.17    Veloförderungskonzept:

Möglichkeit für Veloabstellplätze bei Bushaltestellen. Gesicherte Veloabstellplätze auf beiden Seiten des Bahnhofes, die Anreiz schaffen, das Velo vom und zum ÖV-Hub/Bahnhof zu benützen.

  • Priorität hoch (statt mittel)

FRV.18    Potenzialabklärung Verleihsystem:

Förderung mit passenden Massnahmen.

  • Priorität hoch (statt mittel)

FRV.19    Interessensklärung Lieferdienst (Cargo-Velo) mit lokalem Gewerbe:

Die Beschaffung von zwei bis drei Lastenvelos (elektrische Cargo-Bikes) mit Standort z.B. Nähe Bahnhof, Schöngrund oder Lindenmatt zum Mieten sind zu begrüssen. – Siehe auch das Projekt «carvelo2go» der Gemeinden Steinhausen, Cham, Stadt Zug mit Start im Mai 2018.

Zusätzliche Massnahmen:

Personenunterführung Kreuzplatz-Bauernhof:

Die bestehende unterirdische Querung der SBB-Bahnlinie durch die

Unterführung Kreuzplatz-Bauernhof muss durch einen getrennt geführten Fahrradstreifen erweitert werden. Eine Verdoppelung der Breite und getrennte Bereiche für Fussgänger und Velofahrer erhöht die Sicherheit erheblich. Eine solche Massnahme erscheint unter Berücksichtigung, dass der Langsamverkehr gezielt gefördert werden soll, unabdingbar notwendig. Dies unterstreicht auch die Tatsache, dass es sich bei diesem Abschnitt um einen Teil der nationalen Radroute Nr. 9 (Montreux – Rorschach, Abschnitt Sarnen-Zug) handelt und die neue Personenüberführung Ost nicht als entlastendes Element für den Veloverkehr gelten kann.
Einfache, schnelle und günstige Massnahme für mehr Sicherheit:

Auf der Fussgängerseite den Boden voll einfärben, damit sehen Kindergartenkinder und Primarschüler noch besser, wo sie sicherer sind.

Personenunterführung Bahnhof:

Die nördliche und südliche Anordnung der Bushaltestellen generiert bei der bestehenden SBB-Unterführung zusätzlichen Personenverkehr. Diese bahnhofsinterne Unterführung muss mittelfristig verbreitert werden.

MIV.1a     Halbanschluss Buonaserstrasse:

Ein Halbanschluss führt zu massiv mehr Durchgangsverkehr durch die Wohndörfer Rotkreuz, Holzhäusern, Buonas und Risch und das wollen wir nicht. Erst kürzlich wurde der Dorfkern von Rotkreuz mit einer Begegnungszone beruhigt. – Zudem wäre dieser unnötige Halbanschluss mit Landverschleiss verbunden. Es muss mit vermehrtem Verkehr aus Richtung Küssnacht a.R. gerechnet werden.

  • Halbanschluss streichen

MIV.1b     Flankierende Massnahmen zum Halbanschluss Buonaserstrasse:

  • Sie stehen im Widerspruch zur bereits absehbaren Mehrbelastung des motorisierten Verkehrs in Rotkreuz, Buonas, Holzhäusern und Risch, die der geplante Halbanschluss hervorrufen würde.
  • Die vorgeschlagenen flankierenden Massnahmen können umgesetzt werden, unabhängig vom Halbanschluss.

MIV.2       Eingangspforten:

Diese sind sinnvoll, um Siedlungsgebiete für die Verkehrsteilnehmenden zu markieren. Auf der Legende (Seite 41) fehlt eine entsprechende Eingangspforte auf der Luzernerstrasse von Seite Honau (Höhe Lindenmatt/Haldenquartier).

MIV.3       Erhöhung Durchfahrtswiderstand Waldetenstrasse:

Ist in Umsetzung, z.B. mehr Pfosten.

MIV.7       Bypass Forrenkreisel:

Der Kreisel muss unbedingtl für den Veloverkehr attraktiv und sicher gestaltet und signalisiert werden.

  • Priorität hoch (statt mittel)

MIV.8       Knotenumgestaltung Chamerstrasse/Poststrasse:

Die Querung für Fussgänger und Veloverkehr muss sicherer und velofreundlicher

gestaltet werden.

  • Priorität hoch (statt mittel)

MIV.9       Knotenumgestaltung Chamerstrasse/Mattenstrasse:

Querung für Fussgänger und Veloverkehr muss sicherer und velofreundlicher

gestaltet werden.

  • Priorität hoch (statt mittel).

MIV.12     Ostumfahrung:

Streichung aus dem Richtplan (Legende Seite 41). Würde nur Mehrverkehr im Dorf Rotkreuz generieren.

BG.3        Änderung signalisierte Geschwindigkeit Breitfeld:

Die Querung beim Restaurant Breitfeld ist heute sehr gefährlich, daher ist die Massnahme wichtig.

  • Zeithorizont: sofort (statt kurzfristig)

BG.7        Umgestaltung Industriestrasse:

Die Industriestrasse führt durch Wohnquartiere, Industriegebiete und  Naherholungszonen. Mehr Sicherheit für den Langsamverkehr ist unerlässlich.

  • Zeithorizont: kurzfristig (statt mittelfristig)

BG.10      Aufwertung Zentrumsdurchfahrt Rotkreuz:

Eine Ausdehnung der Begegnungszone ab Lindenkreisel bis Dorfmattkreisel ist mittelfristig anzustreben.

ÖV.3:       Abklärung Ortsbus, Pilot autonomer ÖV:

Ein Ortsbus-System im Kreisverkehr in Rotkreuz im 20 Minutentakt würde mehr Leute zum Umsteigen auf den ÖV bewegen. Dieses Angebot würde auch von älteren Menschen, Gehbehinderten und Familien gerne genutzt.

ÖV.5        Vereinfachung Tarifsystem:

  • Priorität hoch (statt mittel)

PP.2         BO Anpassung Privater Parkierung:

Eine Anpassung der Bau- und Zonenordnung sollte angestrebt werden, auch hinsichtlich der maximalen Anzahl von Abstellplätzen für Autos. Der aktuelle Bebauungsplan «Chäsimatt» beinhaltet nach unserer Ansicht eine zu hohe Zahl von Parkplätzen im Verhältnis der Anzahl Wohnungen und Gewerberäume.

Hier wird ein Mehrverkehr wieder in Kauf genommen, der die Umsetzung von einzelnen Massnahmen des vorliegenden GVK als noch dringender erscheinen lässt.

  • Priorität hoch (statt mittel)

ALLG.2    Weiterentwicklung Mobilitätssystem:

Die Verminderung der Mobilitätsspitze morgens und abends ist ein anspruchvolles Ziel, wozu jeder Pendler und jede Pendlerin ihren Beitrag leisten soll. Auch die Firmen, Gewerbebetriebe und die Hochschule können mit gezielten Massnahmen zum gewünschten Erfolg beitragen.

ALLG.3    Förderung von Car Sharing/Car Pooling:

Sollte mittels App unter Einbezug aller Verkehrsmittel erfolgen.

Wir bitten Sie unsere Anliegen zu prüfen und hoffen, dass unsere Einwendungen und vorgeschlagenen Massnahmen in Ihrer weiteren Bearbeitung berücksichtigt werden. Besten Dank.