Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Besten Dank der Regierung für die ausführliche Antwort.

Nachfrage und Entwicklung Oberfreiamt
Die Regierung greift in ihrer Antwort auf Zahlen einer Pendelstatistik aus dem Jahr 2000 zurück. Diese Zahlen sind veraltet und wenn man die rasante Entwicklung im Oberfreiamt in den letzten 10 Jahren berücksichtigt, stimmen diese Zahlen bei weitem nicht mehr. Leider profitieren im Regionalverkehr nur Sins und Muri von einem integralen Halbstundentakt. Die Bahnhöfe Oberrüti, Mühlau und Benzenschwil werden integral nur im Stundentakt bedient. Schon im Jahre 2000 konnte festgestellt werden, dass 83% der Pendlerinnen und Pendler aus dem Freiamt nach Cham, Zug, Baar das Auto benützen. Mit einer integralen Bedienung aller Bahnhöfe im Oberfreiamt im Halbstundentakt und mit einer Direktverbindung Freiamt-Baar ohne Umsteigen in Rotkreuz könnte der hohen Zahl von Autopendlern eine Alternative auf der Schiene angeboten werden. Die Reisenden wollen eine Direktverbindung ohne Umsteigen, damit die Gefahr von Anschlussbrüchen eliminiert ist.
Die grössere Attraktivität wird eine zusätzliche Nachfrage bewirken. Sie sehen also, dass hier noch ein grosses Potenzial vorhanden ist.
 
 
Anforderung von sog. Flügelzügen an Betrieb, Rollmaterial und Infrastruktur

Wir nehmen zur Kenntnis, dass ein mögliches Flügelkonzept schon im Jahre 2009 durch die Spezialisten der SBB im Auftrag des Kantons Aargau geprüft und aus Gründen der Fahrplanstabilität verworfen wurde. Demgegenüber stellen wir aber fest, dass ein Flügelkonzept andernorts umgesetzt wurde, zum Beispiel in Wolhusen mit Flügelung Richtung Langnau und Langenthal.
Dazu wird mein Fraktionskollege Martin Stuber nachher noch weitere Informationen geben.
 
 
Doppelspurausbau Freudenberg-Rotkreuz

Wir freuen uns, dass die Zuger Regierung die Realisierung des durchgehenden Doppelspurausbaus Freudenberg-Rotkreuz realisiert sehen will. Eine Etappierung, wie sie bei der SBB diskutiert wird, wäre fatal und muss unbedingt verhindert werden. Es darf nicht passieren, dass für die Schliessung einer Gleis-Lücke von ca. 600 Meter die Bagger zwei Mal auffahren müssen. Gleichzeitig ist im Bahnhof Rotkreuz eine Weiche einzubauen die es erlaubt, mit hoher Geschwindigkeit von ca. 90 km/h von Gleis 5 auf die Strecke Richtung Cham zu fahren. Diese schnelle Weichenverbindung wird so oder so während einer längeren Bauphase benötigt, wenn wegen Bauarbeiten auf der Strecke Zug-Walchwil die Fernverkehrszüge von Zürich Richtung Tessin/Mailand und umgekehrt via Rotkreuz umgeleitet werden müssen. Die Bauarbeiten finden 2015/2016 statt, denn die Strecke muss bereit sein, wenn die NEAT voraussichtlich Ende 2016 in Betrieb genommen wird!
 
 
Zuständigkeit

Es ist uns sehr wohl bekannt, dass die Kantone für die Bestellung des Angebotes im Regionalverkehr zuständig sind. Umso wichtiger ist es, dass mit den angrenzenden Kantonen die Angebotsplanung laufend abgestimmt und überprüft wird und die regionalen Entwicklungen berücksichtigt werden müssen.
 
Dazu möchte ich ein paar Sätze aus einem Leserbrief zitieren, der in der Murianer Wochenzeitung „Der Freischütz“ von Sascha Winterberg aus Waltenschwil (liegt bei Wohlen) Präsident Jungen CVP Aargau, vom letzten Dienstag zu lesen war:
„Das Schwarzpeterspiel um bessere ÖV-Anbindung des Freiamtes muss ein Ende haben. Dazu ist ein grosser Schritt vorwärts im Angebot nötig; Ein Interregio von Zug oder Arth-Goldau via Rotkreuz, Freiamt, Lenzburg, Aarau, Olten nach Bern oder Basel muss für die direkte Fernverkehrsanbindung sorgen. Diese Voraussetzung schafft die Möglichkeit, die S-Bahn im Freiamt zeitgemäss zu gestalten, mit durchgehendem Halbstundentakt und neuen möglichen Haltestellen in den Industriegebieten von Sins, Muri, Waltenschwil und Villmergen. Ein solches Angebot würde das hohe Bevölkerungspotential, das das Freiamt hat, ausschöpfen und brächte dem Freiamt einen Anschluss ans SBB-Netz, den vergleichbare Regionen schon lange haben.“
 
 
Antrag

Wir beantragen, die Motion in allen Punkten als erheblich zu erklären. Nur so ist gewährleistet, dass

  • die einspurige Strecke Freudenberg-Rotkreuz in einem Arbeitsgang auf Doppelspur ausgebaut wird.

  • die Angebotsplanung im Regionalverkehr im Raum Zug-Luzern und Freiamt-Arth-Goldau mit den angrenzenden Kantonen Aargau, Luzern und Schwyz abgestimmt wird.

  • die vor allem für den Regionalverkehr notwendigen Infrastrukturanpassungen im Bahnhof Rotkreuz gebaut werden.

 
 
Danke, wenn Sie alle unsere Anträge unterstützen.
 
 
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin Alternative Grüne Fraktion Risch Rotkreuz