Der Gemeinderat wird zukünftig alle gemeindlichen Vorhaben nebst ihren finanziellen jeweils auch auf ihre ökologischen Auswirkungen überprüfen und diese der Gemeindeversammlung mit den Anträgen darlegen.

Zusätzlich legt der Gemeinderat der Versammlung eine Strategie vor mit entsprechenden Massnahmen, die aufzeigt wie die Bereiche Klima und Biodiversität auf Gemeindeebene umgesetzt werden können.

 

Begründung

Es ist Zeit zu handeln: Der Mensch hat bereits einen Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter global um 1 Grad Celsius gestiegen, weil die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre von 280 ppm auf über 400 ppm angestiegen ist. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, ist es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich massiv zu reduzieren.

Bereits 1,5°C Erderwärmung führen unter anderem dazu, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar macht. Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird. Auch in der Schweiz wird der Klimawandel vermehrt zu spüren sein, so werden zum Beispiel Landwirtschaft und Wintertourismus von den Folgen direkt betroffen sein.

Der Klimawandel ist also nicht bloss ein Klimaproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz- und Friedensproblem. Es braucht deshalb auf kommunaler, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene rasch griffige Massnahmen, um dieser drohenden Katastrophe entgegenzuwirken. Die aktuellen Pläne und Massnahmen reichen nicht aus, um die Erwärmung bis 2050 auf die angestrebten 1,5°C zu begrenzen.

Das internationale Abkommen zum Klimaschutz wurde beschlossen (Pariser-Abkommen 2015), auf nationaler Ebene wurde das Abkommen ratifiziert und jetzt liegt es bei den Kantonen und Gemeinden für konkrete Umsetzungen zu sorgen.

Der Klimaschutz ist nicht allein eine Energiefrage, es sind zwingend auch ökologische Faktoren miteinzubeziehen, denn um die Biodiversität in der Schweiz steht es schlecht. Ein Drittel aller Pflanzenarten, 40 Prozent der Vögel, drei Viertel der Amphibien und fast 80 Prozent der Reptilien in der Schweiz sind gefährdet. Die Hälfte aller Lebensraumtypen sind bedroht. Und der Biodiversitätsverlust geht weiter. Es ist höchste Zeit, eine andere Richtung einzuschlagen.

Es ist normal, dass der Gemeinderat zu jedem Geschäft die finanziellen Auswirkungen auflistet. Es ist nun an der Zeit, auch die ökologischen Folgen von jedem Geschäft darzustellen. Nur so können politische Entscheide mit einer guten ökonomischen und ökologischen Wissensbasis gefällt werden.

Nachhaltigkeit bedingt längerfristige Ziele, das heisst der Gemeinderat soll der Versammlung eine Strategie mit entsprechenden Massnahmen vorlegen, die für das Klima und die Biodiversität generell relevant sind.

Wir bitten den Gemeinderat Risch um eine wohlwollende Prüfung unserer Motion und danken bestens für seine Bemühungen.