Der Regierungsrat wird beauftragt, sich in Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau dafür einzusetzen, dass die ab 12. Dezember 2010 auf der Strecke Aarau/Lenzburg – Rotkreuz im Einsatz stehenden FLIRT-Züge bis nach Zug verkehren und so die Anbindung des Freiamtes an den Kanton Zug zu verbessern.

Begründung:

Auf den Fahrplanwechsel am 12. 12. 2010 werden im Halbstundentakt moderne FLIRT-Züge von Aarau respektive Lenzburg nach Rotkreuz verkehren. Diese Verbesserung erfolgt dank eines dritten Gleises vom Bahnhof Lenzburg bis zur Verzweigung Gexi, wo sich die Schienenstränge Richtung Zürich und Freiamt trennen. Dank dieser baulichen Anpassung für 80 Mio. Franken kann die S26 aus dem Freiamt problemlos in Lenzburg einfahren. Bis anhin mussten sich die Regionalzüge ein Gleis mit den Schnellzügen  der Achse Zürich–Lenzburg–Aarau teilen. So waren die Reisenden gezwungen, einmal pro Stunde statt nach Lenzburg nach Othmarsingen zu fahren, wo schlechtere Anschlussmöglichkeiten bestanden.
 
Bei den Zügen Rotkreuz an 40, ab 37 (sonntags) bzw. 38 nach Zug sollte eine Durchbindung keine Probleme bieten, weil das neue Rollmaterial besser beschleunigt und ein rascheres Aus- und Einsteigen ermöglicht als die heute verkehrenden NPZ-Kompositionen. Die aktuell Rotkreuz 06 erreichenden Südbahnzüge kommen mit FLIRTS etwas früher an und lassen sich mit dem Zug aus Luzern vereinigen (Rotkreuz ab 09 wie bisher).
 
In der Gegenrichtung erfolgt die Trennung etwas rascher als die Vereinigung. Weder die S26 noch der S1-Abschnitt Rotkreuz–Luzern erfordern Doppelkompositionen. Dank der Dreispur in Lenzburg ergeben sich ausgezeichnete Schnellzugsanschlüsse und sogar bessere Verbindungen ab Zug als via Zürich.
 
Heute sind die Fahrgastzahlen vom und ins Freiamt zwar noch relativ gering, aber sie werden in den nächsten Jahren angesichts der hohen Bautätigkeit entlang der Südbahnlinie im Freiamt mit Sicherheit überdurchschnittlich zunehmen.
 
Folgende Schritte erachten die MotionärInnen als zielführend:
 
1.    Der beste Lösungsansatz erfolgt nach dem Prinzip der Flügelung, was bedeutet, dass auf dem Abschnitt Zug–Rotkreuz Doppelkompositionen verkehren, die in Rotkreuz Richtung Luzern und Freiamt getrennt bzw. in der Gegenrichtung gekuppelt werden.
 
2.    Dazu muss die Leistungsfähigkeit der Südbahn-Weichenstrasse Richtung Zug von 40 km/h auf 90 km/h angepasst werden (analog zu den Verhältnissen auf den Luzerner Gleisen).
 
3.    Diese baulichen Anpassungen sind mit dem Ausbau Freudenberg–Rotkreuz auf Doppelspur zu koordinieren.
 
4.    In Absprache mit dem Bund ist eine Vorfinanzierung dieser Infrastrukturmassnahme durch den Kanton Zug zu prüfen.