1. Der Regierungsrat wird beauftragt, eine Wärmebildkamera anzuschaffen und diese durch die vom Kanton unterstützte Fachstelle (Verein energienetz-zug) betreiben zu lassen. Damit soll den Gebäudeeigentümer/innen eine motivierende, wirksame und umfassende Beratung im Bereich der Gebäudesanierungen angebo-ten werden.
 
Gleichzeitig mit der Anschaffung der  Wärmebildkamera sollen der Fachstelle auch die dafür nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
 
Diese zusätzliche Dienstleistung soll mittels Gebühren die Amortisation der Wärmebildkamera ermöglichen. 
 
2. Der Regierungsrat wird beauftragt, die kantonalen Gebäude mit diesem Gerät, innert nützlicher Frist analysieren zu lassen. Aufgrund der Ergebnisse soll eine gesamte Übersicht der energietechnischen Schwachstellen erstellt und deren Be-seitigung beim laufenden Unterhalt und bei anstehenden Sanierungen berück-sichtigt werden.
 
 
Grundsätzliche Begründungen
 
Energieeinsparung ist ein Gebot der Stunde, das hat der Regierungsrat in seinem Energieleitbild festgehalten.
 
Insbesondere ist der Energiebedarf von Gebäuden ein wichtiger Faktor im gesam-ten Energieverbrauch. Laut Medienmitteilung vom 6. Mai 2008 des Bundesamtes für Energie BFE, "entfielen 2006 rund 35% des schweizerischen Energieverbrauchs auf das Heizen, das heisst auf die Raumwärme". Laut dem Leitbild der Zuger Regierung rangieren die Haushalte in der Schweiz "eher überdurchschnittlich beim Energieverbrauch" und sogar an "dritthöchster Position bei den CO2-Emissionen".
 
Wärmebildkameras sind ein hervorragendes Mittel, um auf vermeidbare Energie-verluste aufmerksam zu machen. Die gelieferten Ergebnisse sind einerseits bei genauer Auswertung zuverlässig, anderseits sehr anschaulich, somit auch für Laien gut nachvollziehbar. Der zweite Aspekt ist besonders wichtig, denn Eigenmo-tivation ist die beste Voraussetzung, um Interesse für effiziente energietechnische Gebäudesanierungen zu wecken. Somit passt die Anschaffung einer Wärmebild-kamera gut zum Auftrag der CVP-Motion "betreffend Förderung erneuerbarer Energie und der effizienten Energienutzung", welche am 12. Juni 2008 überwiesen wurde.
 
Energietechnische Sanierungen sind wirksam und nötig. Denn laut Energie-Leitbild der Regierung "bewirken nur konkrete Massnahmen Änderungen im Energie- und Klimahaushalt. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass auch im Klei-nen, in jedem Privathaushalt und in jedem Betrieb ein Spielraum da ist, um Massnahmen umzusetzen" (Seite 4). Im Weiteren schreibt der Regierungsrat von einer Informationspflicht für sich: "Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf, auf energiepolitische Fragen von unabhängigen Fachleuten Antworten zu bekommen und sich auf der Suche nach energietechni¬schen Lösungen beraten zu lassen. Kanton und Gemeinden sind beide in der gesetzlichen Pflicht, zeitgerecht über energie- und klimapolitische Neuerungen zu orientieren" (Seite 7).
 
Es ist sinnvoll, dass der Kanton mit dem guten Beispiel vorangeht und seine eige-nen Gebäude auch innert absehbarer Frist analysieren lässt. Diese Massnahmen können in der Folge medial gut vermarktet werden. Es ist zudem eine gute Aus-gangslage, um private Besitzer/innen ebenfalls zu diesem Schritt zu motivieren. Ausserdem steht der Grundsatz auch im Einklang mit der vom Regierungsrat pro-klamierten Haltung: "Der Kanton Zug schliesst sich jenen an, die der Erkenntnis auch Taten folgen lassen. Dazu muss er im Umfang seiner Gebäude (…) bei Be-schaffung und Betrieb vorbildlich sein" (S. 6).
 
 
Betriebliche Begründungen
 
Die Anschaffung einer Wärmebildkamera ist teuer, ein Gerät kostet zwischen 15’000 und 40’000 Franken. Ohne die Garantie eines regelmässigen Einsatzes im Winter wird kaum eine Privatperson oder ein Betrieb eine solche Anschaffung tätigen. Deshalb ist eine Bewirtschaftung für den ganzen Kanton Zug nötig. Dies beweist auch die Tatsache, dass zurzeit die nächste verfügbare Wärmebildkamera im Kanton Zürich im Einsatz ist.
 
Eine Angebotserweiterung der kantonal unterstützten Energiefachstelle durch den Betrieb einer Wärmebildkamera ergibt wertvolle Synergien für den Zugang zu in-teressierten Gebäudeeigentümer/innen, für die Beratungsarbeit selber und die Öf-fentlichkeitsarbeit im Bereich des Energiesparens.
 
Nur ein regelmässiger Einsatz einer Wärmebildkamera garantiert, dass die Betreiber die nötige Praxis für einen effizienten und kostengünstigen Einsatz haben und dass die Anschaffung in einem sinnvollen Zeitrahmen (z.B. 10 Jahren) amortisiert werden kann.