Motion der Fraktion Alternative – die Grünen

Im kantonalen Richtplan soll neu definiert werden, dass der öffentliche Verkehr mindestens die Hälfte des Verkehrszuwachses zu übernehmen hat, der nicht auf den Fuss- oder Veloverkehr entfällt. Zudem ist die zukünftige Entwicklung der Siedlungsstruktur schwerpunktmässig auf den öffentlichen Verkehr auszurichten.
 
Begründung:

Die räumliche Entwicklung der Siedlungsstruktur des Kantons Zug ist nach wie vor rasant. In ausgewählten Gebieten ist mit einer beträchtlichen Erhöhung der baulichen Dichte zu rechnen (siehe unter anderem Pläne zur äusseren Lorzenallmend, zwischen Zug und Baar oder generelle Entwicklung im Raum Risch-Rotkreuz). Das Mobilitätsbedürfnis bleibt dabei gross oder nimmt sogar noch weiter zu. Die Dichte an Autos gemessen an der Einwohnerzahl ist im Kanton Zug zudem schweizweit am höchsten: Mit 633 Personenwagen pro 1000 Einwohner liegt die Zuger Autodichte Ende 2014 fast 100 Autos über dem schweizerischen Durchschnitt.
 
Der Einfluss der Erschliessungsqualität auf die Entwicklung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen ist zentral. Die Beeinträchtigung der Siedlungsräume wegen der Luft- und Lärmbelastung durch den Verkehr ist beträchtlich. Der Fuss- und Veloverkehr (Langsamverkehr) und der öffentliche Verkehr als Teile einer umweltfreundlichen Transportkette gewinnen darum zusätzlich an Bedeutung. Dies zu Gunsten einer qualitativen Entwicklung in unserem Kanton und dem ganzen Agglomerationsraum.
 
Die aktuelle Definition des Bundesamts für Statistik umschreibt den Kanton Zug mit einer Kernstadt Zug, die mit den Gemeinden Baar, Steinhausen, Cham und Hünenberg zum Hauptkern gezählt wird (siehe unter anderem Berichterstattung in der Neue Zuger Zeitung vom 2. März 2015). Die Agglomeration Zug wächst weiter und es bilden sich neu ausgerichtete Lebens- und Arbeitsräume. Wir laden die Regierung ein, Massnahmen zu treffen um den Verkehrszuwachs im ganzen Agglomerationsraum gemäss gefordertem Modal-Split zu ermöglichen.
 
Da die intakte Landschaft zu einem immer wichtigeren Standortfaktor wird, gilt es besonders der Attraktivität von grösseren, zusammenhängenden Landschaftskammern mit hohem Natur- und Erlebniswert und traditioneller Kulturlandschaften Beachtung zu schenken. Diese geraten aber gerade in unserem Lebens- und Arbeitsraum immer weiter unter Druck, nicht zuletzt wegen geplanten oder neu diskutierten Siedlungs- und Strassenbauvorhaben. Der öffentliche Verkehr bekommt hier eine entscheidende Rolle für einen effizienten und umweltfreundlichen Mobilitäts-Mix mit grossem Einfluss auf die zukünftige Standort-Attraktivität.
 
 
Fraktion Alternative – die Grünen,
Andreas Hürlimann