«Der Gemeinderat hat beschlossen, die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse von 17 auf 19 zu erhöhen, um Kosten zu sparen. Die Erfahrung zeigt, dass es umso schwieriger ist, verhaltensauffällige oder fremdsprachige SchülerInnen zu integrieren, je grösser eine Klasse ist.

Ist der Entscheid des Gemeinderats angesichts dieser Tatsache richtig? (CVP) «

Antwort der Alternative-die Grünen

Natur und Schule

In einer Zeit und an einem Ort, wo die Kinder voller Freude zur Schule gehen, weil sie dort ihre Freunde treffen, sie dort für sich und ihr Leben lernen, sie eine Gemeinschaft bilden – unter diesen Voraussetzungen begrüsse ich den Beschluss des Gemeinderates.

Doch Schule ist heute und hier anders. Sie ist eine Vorbereitung auf eine Leistungsgesellschaft, verbunden mit Konkurrenzverhalten. Die Kinder müssen eine bestimmte Entwicklung in der jeweiligen Klassenstufe durchmachen. Aber ist die Entwicklung eines Menschen wirklich so pauschal festzulegen? Und wenn die Kinder ihrem eigenen Rhythmus folgen und sich gar gegen die Kategorisierung wehren, sind sie gleich verhaltensauffällig.

Kinder wollen von sich aus Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Sie wollen schaffen, etwas erschaffen, alle mit ihren eigenen Talenten! Aber müssen sie dafür den ganzen Tag in einem geschlossenen Raum sitzen? Kinder brauchen Bewegung, nicht nur körperliche; und vor allem brauchen sie Natur. Von ihr lernen sie am meisten, und zwar durch Beobachtung: die Naturgesetze, den Zyklus des Lebens und vor allem ein friedliches Miteinander. Dann funktioniert auch eine Klassengemeinschaft mit vielen Kindern!

Franziska Hartwig, Mitglied Alternative – die Grünen Baar
Parteienforum Zugerbieter August 2017