Stellungnahme Fraktion Alternative – die Grünen zur Zuger „Verwaltungsreform“

Zugs Regierung und Verwaltung sind heute sehr gut aufgestellt. Darum sollten Zeit, Kräfte und Steuergelder in Leistungen für Bürgerinnen und Bürger investiert werden, und nicht Geld in eine fragwürdige Gross-Reform. Gerade angesichts der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Sparpaket, ist es fragwürdig, den Kanton zusätzlich mit einem internen Grossprojekt zu belasten.  
 
Die ALG zählt auf alle politische Parteien, die Regierung vor einem Ressourcen verschlingenden und zum Scheitern verurteilten Grossprojekt zu bewahren. Überambitionierte, auf dem Reissbrett entworfene Verwaltungsreformen tendieren zu mehr Bürokratie und Leistungsverlust. Die ALG befürwortet wie bisher kleinere, praxisorientierte Anpassungen zur Steigerung von Bürgernähe und Effektivität. Das ist zielführender und günstiger. 
 
Eine Reduktion auf 5 Regierungsmitglieder ist falsch. Eine funktionierende, auf Konkordanz beruhende Demokratie lebt von der breiten Einbindung der Bevölkerung – werden wichtige Kräfte ausgeschlossen drohen Blockaden. Das kann sich Zug heute weniger denn je leisten. Und: Bei einer Reduktion würden Regierungsmitglieder ihre Dossierkenntnisse und wichtige Entscheide wohl an die Verwaltung „auslagern“ – dann wird Zug verwaltet statt regiert. 
 
Zudem ist es ein Merkmal, dass Zuger Regierungsmitglieder für Zugerinnen und Zuger direkt erreichbar sind. Diese Bürgernähe droht aufgrund der Arbeitsbelastung zu verschwinden – auch angesichts der viele „Vertretungspflichten“ ausserhalb des Kantons. Nachher gäbe es wohl kaum mehr einen Landamman der zugleich Schwingfest-OK-Präsident ist …   
 
Für die Alternativen – die Grünen
Stefan Gisler, Kantonsrat
 
PS: Wenn die Regierung einen Beitrag zum Sparpaket leisten will, dann kann sie dies sich schnell, effizient und „opfersymmetrisch“  tun: Sie soll sich den Lohn um 10-15% kürzen.