Zugs Regierung ohne Sinn für die Realität

Die Zuger Regierung fordert im Rahmen der Reform zur Altersvorsorge vom Bund das Rentenalter 67 sowie die Senkung des Umwandlungssatzes. Die Alternativen – die Grünen lehnen dies klar ab, mit guten Gründen …   
 
Rentenalter
40% der Arbeitnehmenden pensionieren sich schon heute früher als vorgegeben – das durchschnittliche Rentenalter bei Männern liegt bei 64,1 Jahren, bei Frauen bei 62,6. Wer den Arbeitsmarkt kennt, weiss: Wer 55 oder 60 ist, findet keine neue Stelle mehr oder nur noch auf Abruf zu tiefen Stundenlöhnen. Das trifft selbst Menschen mit guten Qualifikationen. Statt Renten werden Ältere vermehrt Arbeitslosengeld und vor allem Sozialhilfe beziehen. Letzteres ist unwürdig und führt zu neuen Kosten bei den (Zuger) Gemeinden. 
 
Umwandlungssatz
Die von der Regierung gestützt Senkung von 6,8 auf 6,0% würde massive Renteneinbussen zur Folge haben. Erst im 2010 hat das Volk mit 73% Nein (alle Kantone!) zur Senkung auf 6,4% gesagt. 
 
Die Zuger Regierung politisiert so am Willen der arbeitenden Bevölkerung wie auch an der Realität des Arbeitsmarktes vorbei!
 
Obwohl gewisse Ideologen die AHV seit Jahren schlecht reden, ist sie solide, schreibt schwarze Zahlen und braucht zur Sicherung keine solch drastischen Massnahmen. Die Regierung folgt mit ihrer Absichtserklärung neoliberalen Ideologen von economiesuisse und Arbeitgeberverband, welche die Arbeitgeber entlasten und die Arbeitnehmer sowie den Staat belasten wollen. Diese „Rentenfeindlichkeit“ der Regierung hat System. Mit der Pensionskassenrevision von 2008 senkte die Regierung unter der Federführung des Finanzdirektors die Renten um 20%, mit der Revision von 2013 um 12%. 
 
Die Alternativen – die Grünen werden vehement und nötigenfalls im Rahmen einer Volksabstimmung für das heutige Rentenalter sowie für faire Renten einsetzen. Zudem hat es die Bevölkerung in der Hand im Herbst 2014 und im Herbst 2015 Personen in Regierung, Kantonsrat und dann in den Nationalrat zu wählen, welche die Bodenhaftung zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität noch nicht verloren haben.  
 
 
Alternativ-Grüne Fraktion
Stefan Gisler, Fraktionschef