Nein zum Unterfeld

Die Parole der ALG-Stadt Zug und ALG-Baar lautet: „Nein zum Bebauungsplan Unterfeld“.

Im Rahmen der Monatsbar vom Mittwoch, 4. Januar, wurde die Vorlage Unterfeld erneut diskutiert. André Guntern erläuterte die aktuellen Projektunterlagen und die aus seiner Sicht kritischen Punkte. In der anschliessenden Diskussion, zeigten einige Votanten das Dilemma der Alternativen – die Grünen bei dieser Vorlage auf. Einerseits wurden die Planung der vielen preisgünstigen Wohnungen und die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Bauweise und Reduktion der Parkplatzzahl zumindest auf Zuger Boden gelobt. Auf der anderen Seite überwiegte für die Mehrheit der Anwesenden die Ansicht, dass diese Massnahmen für preisgünstigen Wohnungsbau und nachhaltiges Bauen auch auf Baarer Boden verpflichtend umgesetzt werden sollten. Zusätzlich war für alle klar, dass bei einem Projekt solchen Ausmasses das Mobilitätskonzept zu wenig zukunftsgerichtet ausgelegt wurde. Die Verkehrsströme dieses Riesenprojektes werden die Staus auf der Nordzufahrt ausdehnen und neue Forderungen nach mehr Strassen nach sich ziehen. Ferner ist auf Baarer Boden der Gewerbeanteil viel zu hoch, denn die ALG erachtet diese Lage zum Wohnen optimal. Gewerberäume sind im Raum Zug reichlich vorhanden und ein zusätzliches Wachstum in diesem Bereich braucht Zug zurzeit nicht.

Thomas Ehrensperger

 

Wir sagen nein, weil…

  • … eine Überbauung mit grossem Park, einem Teich und vielen Wohnungen zwar sympathisch klingt, dahinter aber eine Blockrandbebauung ohne Herz und Vernunft steckt.
  • … die 15 Sockelbauten gigantische Ausmasse haben.
    Sie sind überdimensioniert und wirken wie ein Riegel auf die umliegenden Quartiere.
  • … die sechs gewaltigen Hochhäuser unsere Landschaft dominieren.
    Sie sind wuchtig und abweisend. Sie zerstören das gewachsene Ortsbild.
  • … das Wohnkonzept nicht familien- und menschenfreundlich ist.
    Es schafft Anonymität und fördert Gleichgültigkeit. Eine ausgewogene, soziale Durchmischung wird erschwert.
  • … die Gewerbeflächen sich nicht für kleine, einheimische Unternehmen eignen.
    Für das lokale Gewerbe und kleine KMUs ist die Lage unattraktiv. Es gibt keine Laufkundschaft für eine funktionierende Erdgeschossnutzung.
  • … das Verkehrskonzept nicht zukunftsgerichtet ist.
    Die starke Ausrichtung auf den motorisierten Individualverkehr bringt das kleinstädtische Verkehrsnetz – z.B. die Nordzufahrt – zum Kollabieren.
  • …ohne öffentliche Nutzungen dem Quartier ein Identität stiftender Ort fehlt.
    Der Park mit dem Teich ist nur für die Bewohnenden ein Mehrwert. Niemand wird deswegen einen Ausflug ins Unterfeld machen, der Zugersee liegt zu nah.
  • … die städtische Bau- & Planungskommission das Megaprojekt kritisiert. Für die Fachkommission des Stadtparlaments nimmt das Projekt wegen der riesigen Dimensionen zu wenig Rücksicht auf die umliegenden Quartiere.
  • … der Teich im Park über keinen natürlichen Zu- und Abfluss verfügt. Der Teich ist ein Retentionsbecken für das Regenwasser. Ein natürlicher, gesunder Wasseraustausch, der genügend Sauerstoff liefert, ist nicht vorhanden.
  • … ein unkoordiniertes Klein-Manhattan zwischen Zug und Baar entsteht. Ein übergeordnetes Entwicklungsleitbild für die Lorzenebene fehlt. Eine hohe Dichte braucht gute Freiräume. Hier ein «Pärkli» und da ein «Seeli» schaffen aber nicht die Qualität eines Central Parks.

Wir Baarer sagen ausserdem nein, weil…
… Baar für die ganze Bevölkerung attraktiv sein muss.
Der Anteil an preisgünstigen Wohnungen ist mit 70 Wohnungen eindeutig zu tief.
… Baar genügend Büro- und Gewerbeflächen hat.
Der massive Ausbau von Büro- und Gewerbeflächen ist unnötig.

 

 


Wachstum ohne Grenzen?
Zwischen Zug und Baar soll ein für unsere Verhältnisse riesiges Stadtquartier entstehen.
Innert kurzer Zeit werden ca. 1‘300 Personen in die 700 Wohnungen zuziehen. Auf den 46‘000 m2 Büro- und Gewerbeflächen sollen Arbeitsplätze für bis zu 1‘500 Beschäftigte entstehen. Diese werden mehrheitlich mit dem Auto oder der Bahn zupendeln. Können die Nordzufahrt und die Stadtbahn dieses Wachstum bewältigen?
Nach einzelnen Hochhäusern in der Stadt Zug werden im Unterfeld auf einen Schlag gleich sechs gebaut. Es besteht die Gefahr, dass das ungebremste Wachstum immer weiter geht: Zwischen Zug und Cham sind weitere ähnliche Projekte geplant.
Dieses Tempo und diese Ausmasse überfordern unsere Infrastruktur, die Menschen und auch das soziale Gefüge unserer Gemeinden. Wir haben die Wahl: Grünes Licht für ein derartiges Riesenprojekt – oder wir packen mit einem Nein die Chance, beim Wachstum eine Denkpause einzulegen.

Wir setzen uns ein für mehr Qualität:
… für eine menschenfreundliche Architektur.
… für eine ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung.
… für lebendige Quartiere, die zusammen mit den Menschen entwickelt und gestaltet werden.
… für attraktive Velo- und Fussverbindungen
… für eine gesunde, soziale Durchmischung
… für eine ebenso vielfältige Nutzungsdurchmischung
… für ein lebenswertes Quartier

Zug und Baar brauchen einen Marschhalt und eine Denkpause. Und eine zweite Chance, um an diesem wertvollen Ort ein lebenswertes Quartier zu entwickeln.