Medienmitteilung Alternative – die Grünen

Ungenügende Wirkung & hohe Kosten
Die kantonale Jahresversammlung fasst mit 31 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen die NEINParole zum Milliardenprojekt Stadttunnel Zug. Die Mitglieder haben sich den Entscheid nicht leicht gemacht, engagieren wir uns doch seit Jahrzehnten konstruktiv für eine attraktive Stadt Zug mit wirksamen Massnahmen zur Verkehrsbefreiung/-Beruhigung; inkl. einer Tunnellösung. Doch trotz eines Preises von nahezu 1000 Millionen und hohen Folgekosten bei Betrieb und Unterhalt, bleibt die Wirkung im "ZentrumPlus" zu gering; für Aussenquartiere gar negativ.
Das Festhalten der Regierung an der Verlängerung der General-Guisan-Strasse, welche die Grünfläche Lorzenebene zerstört und das Herti mit Verkehr abfüllt, war ebenfalls mit ausschlaggebend. Auch können zu viele Autos in der Innenstadt noch immer an zu vielen Orten zirkulieren. Ein Ja verunmöglicht hat auch das geplante Sparpaket der Regierung. 100 Millionen jährlich sollen auf Kosten von Familien, Schulen, Gesundheit, Kultur, Umwelt und öffentlicher Verkehr (Buslinien werden gestrichen!) gespart werden. Da ist das viele Geld für den Stadttunnel wie eine Faust aufs Auge! Wenn Kanton und Stadt sparen sollen, kann dies mit einem Nein zum Stadttunnel getan werden.
Wir kritisieren auch, das für eine Kantonsstrasse so viel Geld aus den allgemeinen Mitteln statt aus dem Strassenbaufonds genommen wird und dass die Stadt mit 100 Millionen viel zu viel zahlt. Zudem wird mit dem Projekt das Verkehrsproblem des ganzen Kantons nicht gelöst, sondern nur unter den Boden verlegt. Auch wenn der Stadttunnel abgelehnt wird, sind die heutigen Befürworter in die Pflicht zu nehmen, sich für echte Verkehrsentlastungen einzusetzen; mit wirksamen Massnahmen wie langsameres Wachstum, Mobility Pricing, Wohnzonen, autofreies Wohnen, Förderung alternativer Arbeitsmodelle, mehr öffentlicher Verkehr, etc.
Jahresversammlung
Der Vorstand schaut auf ein erfolgreiches 2014 zurück. «Unsere Regierungsrätin wurde wieder gewählt, die Kantonsratsfraktion wuchs von 7 auf 10 Sitze an.» Bei der Bevölkerung fanden wir Gehör bei wichtigen Themen: Nein zum Gripen, unsere kompetente Kritik am Zuger Rohstoffhandelsplatz, Ja zu Fabi (Finanzierung Bahninfrastruktur), Nein zu Eco-Pop.
Im 2015 wird uns nebst dem Stadttunnel weiterhin Zugs Wachstums- und Steuerpolitik beschäftigen mit hohen Wohn- und Lebenskosten, mit der Zubetonierung der Landschaft und Mehrverkehr. Beim Sparpaket setzen wir uns ein, dass nicht die Bevölkerung die Zeche bezahlt mit höheren Gebühren und schlechteren Leistungen.
Bei den nationalen Wahlen im Herbst, ist es Zeit, dass in Bern die Zuger Bevölkerung wieder breit vertreten ist – gerade die linksgrüne Stimme.