Überparteiliches Komitee gegründet

Wir tolerieren keine Rückschritte!  
Die Initiative wird vordergründig als Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen und zur Reduktion der Abtreibungszahlen begründet. Fakt ist, die Initiative ist ein Angriff auf den freien Zugang zum legalen Schwangerschaftsabbruch. 
 
Das Schweizer Stimmvolk hat vor elf Jahren die Fristenregelung mit über 72% angenommen und hat somit den Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen legalisiert. Die Zahlungspflicht der Krankenversicherung für den Eingriff war integrierender Bestandteil der Abstimmungsvorlage. 
 
Aus folgenden Gründen empfehlen wir am 9. Februar 2014 ein Nein zu dieser Vorlage: Das Prinzip der Solidarität in der Grundversicherung wird untergraben; das Selbstbestimmungsrecht der Frauen wird verletzt; es wird kein Geld gespart; die Männer werden aus der finanziellen Mitverantwortung entlassen; die Initiative ist ein ideologischer Angriff auf die Würde und Freiheit von Frauen, Männern und Paaren. 
 
Mit 6,8 Eingriffen auf 1’000 Frauen verzeichnet die Schweiz eine der tiefsten Abtreibungsraten innerhalb Europas. Schwangerschaftsabbrüche belasten die obligatorische Krankenkasse lediglich mit einem Anteil von 0,03 %. Die Zahl der Eingriffe ist – trotz Bevölkerungszunahme – in den letzten Jahren nicht angestiegen.  
 
Die geltende Fristenlösung hat sich bewährt. Einerseits stellt sie Informationen und Beratung für Schwangere sicher, die einen Abbruch vornehmen wollen. Andererseits sichert sie die Qualität der erforderlichen medizinischen Leistungen ungeachtet der finanziellen und sozialen Situation der Frauen.  
 
Die Fristenlösung sorgt für Rechtsicherheit und schafft klare Bedingungen für den straflosen Schwangerschaftsabbruch. Die gute Prävention der letzten Jahre spiegelt sich hier wieder. Eine fundierte und verantwortungsvolle Sexualerziehung an den Schulen fördert die Gesundheit und namentlich auch die Schwangerschaftsverhütung.  
 
Die Initiative setzt ein gesellschaftspolitisch völlig falsches Zeichen. Sie zielt direkt auf die heutige Fristenlösung und impliziert den Schwangerschaftsabbruch als etwas „Verwerfliches“. Das Ziel der Volksinitiative ist offensichtlich: Das Rad der Zeit wird zurückgedreht, der Schwangerschaftsabbruch wird wieder stigmatisiert und moralisiert. Das ist einer liberalen Gesellschaft nicht würdig. 
 
Überparteiliches Komitee:
Frauenzentrale Zug, Alternative – die Grünen Zug, CSP Zug, CVP Frauen Kanton Zug, Grünliberale Kanton Zug, Junge Alternative Zug, JUSO Kanton Zug, OFRA Organisation für die Sache der Frau, SP Kanton Zug