Die Forderung nach einer NFA-Obergrenze gehört seit Jahren zum Standartrepertoire aller Zuger Bürgerlichen. Dieses von Joachim Eder wiederholte mittels einer neuen Motion wiederholte Mantra ist ein Ablenkungsmanöver, um die liederliche Zuger Steuerpolitik zu vertuschen. 
 
Alleine seit 2007 haben Bürgerliche Zugs Steuern gerade für Reiche und gewinnstarke AGs in 4 Steuergesetzrevision gesenkt, mit Einnahmeverlusten von über 100 Mio. Franken jährlich. Man wollte so das Wachstum weiter anheizen. Dies taten sie im Wissen, dass so NFA-Belastung ansteigt. Denn die NFA-Höhe wird über das kantonale Ressourcenpotenzial – eben die Anzahl dieser Reichen und gewinnstarken AGs – berechnet und nicht aufgrund der realen Steuereinnahmen. Nun zahlen also die Verursacher der hohen NFA-Rechnung im Verhältnis zu ihrer Leistungskraft immer weniger Steuern. Das verletzt die Bundesverfassung.
 
Zug tut seit 10 Jahren so, als gäbe es die NFA nicht, jetzt wird die Rechnung präsentiert. Denn jetzt stösst selbst Zug an seine Grenzen und beweist dass permanentes Steuersenken, nicht zu immer mehr Einnahmen und Wohlstand für die Bevölkerung führt. Die Stadt Zug schreibt seit Jahren Defizite und legt Sparpakete für die Familien, Bildung, Kultur auf – gerade weil sie die Steuerausfälle nicht mehr verkraftet. Der Kanton kann die Baulobby nicht mehr gedankenlos mit Luxus-Infrastrukturprojekten bedienen – man merkt, dass die bis 2030 geplanten 2,5 Mia. Franken Strassen- und Hochbau nur mit einer hohen Verschuldung realisierbar sind.
 
Zugs Uneinsicht ist auch unverfroren, da Zug mit seinem Steuerdumping das Steuersubstrat aus anderen Ländern, vor allem aber auch völlig unsolidarisch aus anderen Kantonen abzieht. Und statt vor der eigenen Haustür zu kehren und auf Steuergeschenke für Privilegierte oder auf Luxusinvestitionen zu verzichten, ist es natürlich bequemer die Schuld beim NFA zu suchen. Ich wär ja schon froh, Zug hört einfach auf an der Steuerschraube zu drehen. Doch taub und blind für wirtschaftliche Gesamtzusammenhänge macht Zug weiter mit seiner neoliberalen Ideologie. Im Rahmen der U3 fordert der Finanzdirektor weitere Unternehmenssteuersenkungen in Zug. Die Verursacher der NFA-Kosten würden also noch weniger zahlen und die BürgerInnen wohl mit weiteren Sparpaketen und noch höheren Wohn- und Lebenskosten sowie der Zubetonierung der Landschaft und Mehrverkehr bestraft.
 
Wer für mehr Geld im Portemonnaie der Normal- und Wenigverdienenden in Zug sorgen will, der macht keine NFA-Pflästerlipolitik, sondern stoppt die Wachstums- und Steuersenkungsideologie.
 
 
Stefan Gisler, Kantonsrat Alternative – die Grünen, Zug
 

Zynischerweise hat die von Eder geforderte Koppelung der Obergrenze an die 15% der Bundessteuereinnahmen eine gewisse innerzugerische Logik: So würde es zu noch absurderen Anstrengungen Zugs führen, die Steuern zu senken – je weniger Steuern, desto geringer der NFA-Beitrag. Zugs Steuerideologen beschwören so etwas hervor, dass sie mit der NFA (alt Ständerat Schweiger, FDP Zug, war ein Architekt der NFA) übertünchen wollten – die Steuerharmonisierung.