Leserinnenbrief von Hanni Schriber-Neiger, Rotkreuz

Als Gegnerin der ersten Stunde freue ich mich, dass jetzt die Regierung und die Gemeinde Risch entschieden haben, den Bebauungsplan und Änderungen des Richtplans und der Seeufer zum Bereich Gut Aabach, Risch rückgängig zu machen. Diese Rückzonung geschah aber nicht freiwillig. Die Legimitation für neue Bauten in dieser Zone entfiel bereits 2005, als die Villa aus dem „Inventar schützenswerter Denkmäler“ gestrichen wurde. Darauf haben Umweltorganisationen, Gleis 3 Alternative Risch und ich immer wieder hingewiesen, denn die Plangrundlage war mit der Streichung entfallen. 
 
Was einer Normalbürgerin und einem -bürger niemals erlaubt worden wäre, wollten Regierungsrat und Gemeinderat für einen Grosskonzern möglich machen. Mit dieser Planung widersprachen Gemeinderat und Regierung dem kantonalen Richtplan mit seinen Spezialbestimmungen, aber auch den Grundsätzen der eidgenössischen Raumplanung, des Landschafts- und des Seeuferschutzes. 
 
Dank einer strategischen Neuausrichtung von Novartis wird nun im Gut Aabach kein grosses Ausbildungszenter gebaut. Sie war gut beraten, denn so muss das Bundesgericht kein Urteil fällen und dieses Begehren aus raumplanerischen Gründen ablehnen. Eine Genehmigung dieser Zonenplanänderung an diesem Ort hätte die Tendenz unhaltbarer Sonderrechte für Konzerne verstärkt. 
 
Seit Jahrzehnten setzen sich die Alternativen-die Grünen für den Erhalt der Zuger Landschaft ein. Seeufer, Schutzzonen und Landwirtschaft stehen unter hohem Wachstumsdruck und drohen zubetoniert zu werden. Wir tun dies mit Unterstützung des Volkes, welches erst 2013 mit ihrem Ja zum nationalen Raumplanungsgesetz gegen Zersiedelung Zeichen gesetzt hat.   
 
 
Hanni Schriber-Neiger,
Kantonsrätin, Gleis 3 Alternative Risch-Rotkreuz