Geschichte – Alternative – die Grünen Zug
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Geschichte 2017-02-14T16:05:04+00:00

Seit 1994: Die Freien Wählerinnen und Wähler Menzingen

Ein Blick zurück

Eine junge Partei und trotzdem dem Kindesalter entwachsen; Die Freien Wähler gruppierten sich im Sommer 1994 als eine politisch bunt gemischte Gruppe, mit dem Ziel an den kommunalen Wahlen im Oktober 94 mindestens einen Sitz im Gemeinderat zu erhalten. So stand in der ersten Ausgabe „De neu Mänziger“ im Wahlherbst 94 unter dem Titel „Die Freien Wähler – eine neue Kraft“:

„Während Jahrzehnten war die CVP mit ihrem Partner FDP in der Gemeinde Menzingen dominant. Das lange Zusammenwirken dieser beiden Parteien hat seine Spuren hinterlassen: in der Menzinger Gemeindepolitik ist kaum mehr jene Kreativität zu spüren, die notwendig wäre, um auf die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft speditiv zu reagieren.
Ist Menzingen so auf dem richtigen Weg? Kann eine einzelne grosse Partei mit einem kleinen Partner eine Dorfgemeinschaft von fast 4000 Menschen überhaupt repräsentativ vertreten?
Nein, meinen wir, die Freien Wähler und Wählerinnen von Menzingen. Unser Dorf braucht dringend eine dritte Kraft: unabhängige Frauen und Männer mit neuen Ideen und Idealen, Menschen voller Engagement und Kreativität. Denn die kommenden Jahre werden Menzingen vor die gleichen Probleme stellen wie die nahen Städte _ die Unterschiede werden immer kleiner.
Darum wollen wir uns an den kommenden Wahlen beteiligen und in den nächsten Jahren bei der Gestaltung der Zukunft unsere Dorfes aktiv und sichtbar mitwirken. Damit Menzingen zu dem wird, was es eigentlich sein müsste: ein modernes, tolerantes Dorf mit Sinn für Tradition und Mut zu wegweisendem Neuen.“

Nach einer engagierten und frechen Wahltour erhielten die Freien Wähler vom Stimmvolk zwei Sitze im Gemeinderat zugesprochen, die jahrelange Zweiparteien-Regierung (CVP, FDP) in Menzingen war geknackt, was sogar im Zürcher Tagblatt am 10. November in einem halbseitigen Artikel resümiert wurde „Jetzt löst sich die Verkrustung – In Menzingen, dem Dorf auf dem Berg, zerfällt die alte Ordnung“.

Darauf folgte die Zeit der Konsolidierung, sowohl im Gemeinderat, wie auch innerhalb der Freien Wähler. Die Gruppe tat sich im Februar 95 zu einem Verein zusammen mit Vorstand, Statuten und Mitgliederbeiträgen, die beiden Gemeinderäte kämpften hart um ihre Positionen im Gemeinderat, im Zweimonatstakt wurde die vereinseigene Zeitung „De neu Mänziger“ in ganz Menzingen verschickt, was jedesmal zu politischen Unruhen führte, da die Freien Wähler kein Blatt vor den Mund nahmen.

Das vielfältige Engagement der Freien Wähler und Wählerinnen und die gute Arbeit der beiden Gemeinderäte Seby Elsener und Herbert Zürcher führte zum überzeugenden Wahlresultat im Herbst 1998, wo die beiden Sitze im Gemeinderat bestätigt wurden und die Freien Wähler mit Josef Marty erstmals auch einen Kantonsrat nach Zug schickten.

Leider war die Arbeit innerhalb des Gemeinderates für die beiden Freien Wähler mehr als Knochenarbeit. Die politischen Querelen führten zu Ermüdungserscheinungen und die Steine, die ihnen als Oppositionelle in den Weg gelegt wurden, wuchsen zu unüberwindbaren Mauern. So traten denn beide Gemeinderäte nach knapp 6 jähriger Amtszeit zurück, um damit Platz und Kraft freizumachen für nachhaltigere Verbesserungen in der Zusammenarbeit des Gemeinderates.

Zum einen nahm die Freie Wählerin Pia Rhyner den Platz von Herbert Zürcher im Rat ein, zum anderen wurden Neuwahlen im 2000, während der Amtszeit nötig, weil auf der FW-Wahllliste 98 ausser Pia Rhyner keine weitere Person kandidiert hatte.

Während dieser politisch schwierigen Zeit wurde klar, dass auch die Gruppe der Freien Wähler und Wählerinnen mit ihrer politischen Ausrichtung, der grossen politischen Freiheit an Grenzen stiess. Die unterschiedlichen Hintergründe und Meinungen einzelner Mitglieder führte vor allem in Sachgeschäften zu Nullentscheiden innerhalb der Gruppe. Unter der Leitung der Präsidentin Marianne Aepli entwickelten die Freien Wähler ein neues Leitbild, was zu einer klaren politischen Ausrichtung und einigen Austritten bei den Freien Wählern führte.

Im Wahljahr 2002 wurde Pia Rhyner im Amt als Gemeinderätin bestätigt. Leider ging der Kantonsratsitz der Freien Wähler knapp verloren, die SVP hielt Einzug im Kantonsrat.

Über all die Jahre hinweg fand im Kanton ein Austausch innerhalb der aternativen Gruppen statt, der sich in den letzten Jahren stark intensivierte. Zum einen arbeiteten die Gruppen bei kantonalen und schweizerischen Abstimmungen zusammen, bei den Nationalratswahlen 2003, wo Jo Lang als erster alternativer und grüner Zuger ins schweizerische Parlament gewählt wurde, zum anderen war die Zeitschrift „Bulletin des alternativen Zug“ bereits seit September 99 offiziell eine gemeinsames Publkationsorgan mit politischen Hintergrundsthemen.

So entschieden die Freien Wähler an ihrer GV im Frühling 2005, sich im Herbst des gleichen Jahres mit den anderen alternativen Ortsgruppierungen im Kanton Zug zur Dachorganisation zusammenzuschliessen. Im September 2005 wurde die „Alternative Kanton Zug“ gegründet, 2006 nahm diese bei der schweizerischen „Grüne Partei“ den Beobachterstatus ein, Voraussetzung für einen späteren Anschluss an die nationalen „Grünen“.

Im Wahlherbst 2006 zeigten sich Positionen und Engagements der politischen Parteien am deutlichsten. Die Freien Wähler / Alternative sind mit je zwei profilierten Kandidatinnen sowohl für den Gemeinderat, wie auch für den Kantonsrat angetreten. Leider wurde die nötige Zahl der Stimmen nicht erreicht.
Seit Januar 2007 sind die freien Wähler als Opositionspartei aktiv in folgednen Tehmen: Verkehrssicherheit, Bibliothekvergrösserung, Kommunikation, Hallenbaderhaltung, Dorfplanung. in drei Kommissionen wurde ein Sitz belegt.
Im Jahr 2010 wurde der Name in „Alternative – die Grünen Menzingen“ umgetauft, analog der kantonalen Partei.