Postulat von Martin Stuber, Philip C. Brunner und Zari Dzaferi

Der Kanton Zug setzt sich bei Bund und SBB für eine rasche Realisierung des Ausbaus des Gleises 1 im Bahnhof Zug von Süden her aus Richtung Walchwil gemäss Richtplan ein. Die Realisierung soll als erste Etappe in Form eines Stumpengeleises erfolgen.
 
Begründung
Die intensiven Diskussionen um die Ausweichstelle Walchwil haben bei einer Reihe von KantonsrätInnen zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Fragen rund um die S2 geführt.
 
Wichtige Erkenntnisse daraus:
Mit einer leichten Verschiebung der Ausweichstelle Walchwil Nord Richtung Murpfli lässt sich grundsätzlich ein durchgehender Halbstundentakt der S2 zwischen Zug und Arth-Goldau realisieren, und zwar ohne FLIRT-Zusatzgarnituren, weil die Wendezeit in Goldau ausreichend ist. Die im Übrigen umstrittene Aussage der SBB, dass diese Ausweichstelle Murpfli wegen eines Abkreuzungskonfliktes mit der S24 nicht funktioniere, verliert ihre Basis, wenn die S2 auf dem Gleis 1 Süd endet. Entgegen ihrem Versprechen haben die SBB einen bestehenden Fahrplanvorschlag mit „Murpfli“ nicht simuliert, unter Hinweis auf diesen vorgeblichen Abkreuzungskonflikt. Die Unterlagen anlässlich der Präsentation der Simulationen der SBB legen aber den Schluss nahe, dass dieser Fahrplanvorschlag problemlos funktioniert. Im Richtplan ist der Ausbau des Gleises 1 im Bahnhof Zug unter V5.3 / Vorhaben Nr. 1 als Zwischenergebnis enthalten. Der vorgezogene Bau eines Stumpengeleises als erste Etappe entspricht somit dem Zuger Richtplan. Weil die S2 im Bahnhof Zug bei Ihrer Ankunft dem Fernverkehr nicht mehr im Weg steht, ist diese Lösung auch für die Fahrplanstabilität ein Fortschritt. Wegen der frühen Ankunft bestehen für die Reisenden der S2 im Bahnhof Zug stressfreie Anschlüsse in alle Richtungen!
Eine weitere Erkenntnis aus den Diskussionen ist, dass Kanton und SBB ein Wendegleis für die S2 im Litti planen, weil anders der Weiterzug der S2 über Baar Lindenpark hinaus Richtung Baar mit einer neuen Haltestelle Baar Sennweid nicht möglich wäre.
 
Eine nähere Analyse zeigt, dass dieser Ausbau der S2 wohl kaum ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis erreichen wird und keinem echten Bedürfnis entspricht. Es ist nach heutigem Kenntnisstand nicht einzusehen, weshalb es auf der am besten bedienten Strecke im Kanton Zug mit gemäss gültigem Fahrplan zwischen 7 bis 9 Zugsverbindungen und 4 direkten Busverbindungen pro Richtung zwischen Zug und Baar noch eine zusätzliche Verbindung braucht. Diese zusätzliche Verbindung würde ein teures Wendegleis mit kostspieligen Leerfahrten und unproduktiven Stillstands Zeiten im Litti erfordern. Eine Aufwärtskompatibilität eines solchen Infrastrukturausbaus dürfte zudem kaum gegeben sein. Vielmehr besteht das Risiko, dass eine solche Installation dereinst dem neuen Portal eines Zimmerberg Basistunnel II oder von Zimmerberg light im Wege stünde.
 
Sollte sich später aus anderen Gründen dieser Ausbau doch aufdrängen, besteht die Möglichkeit, in einer zweiten Etappe das Gleis 1 durchgehend zu machen. Dies soll beim Bau des Stumpengeleises schon berücksichtigt werden.
 
Der Ausbau von Walchwil Nord ist mit über 100 Millionen Franken veranschlagt. Die Ausweichstelle Murpfli und der Ausbau des Gleis 1 im Bahnhof Zug dürften zusammen genommen mit Sicherheit günstiger zu stehen kommen.
 
 
Philip C. Brunner, Zug
Martin Stuber, Zug
Zari Dzaferi, Baar