Der Regierungsrat des Kantons Zug wird eingeladen, sich bei den Verantwortlichen der Zuger Pensionskasse dafür einzusetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Deinvestition zu integrieren.

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem 2018 publizierten Leitfaden explizit, Risiken im Bereich der Nachhaltigkeit (Environmental, Social, Governance ESG) und Klimarisiken als Teil der ökonomischen Risiken bei der Festlegung der Anlagestrategie zu berücksichtigen.

Mit einer nachhaltigen, ökologischen, sozialen und ethischen Anlagestrategie können im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios gleichwertige, wenn nicht gar bessere Resultate erzielt werden: Insgesamt belegen rund 40% der Studien einen neutralen, etwa 50% aller Studien sogar einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Rendite.

Der Regierungsrat des Kantons Zug soll sich deshalb bei den Verantwortlichen der Zuger Pensionskasse dafür einsetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Deinvestition zu integrieren. Der Regierungsrat setzt sich zudem dafür ein, dass die Zuger Pensionskasse ihre ESG-Anstrengungen und Erfolge in ihrem jährlichen Bericht jeweils separat ausweisen.

Postulat der ALG-Fraktion von Tabea Zimmermann Gibson, Andreas Lustenberger, Mariann Hess betreffend nachhaltiger Anlagestrategie der Zuger Pensionskasse

Der Regierungsrat des Kantons Zug wird eingeladen, sich bei den Verantwortlichen der Zuger Pensionskasse dafür einzusetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Deinvestition zu integrieren.

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem 2018 publizierten Leitfaden explizit, Risiken im Bereich der Nachhaltigkeit (Environmental, Social, Governance ESG) und Klimarisiken als Teil der ökonomischen Risiken bei der Festlegung der Anlagestrategie zu berücksichtigen.[1]

Mit einer nachhaltigen, ökologischen, sozialen und ethischen Anlagestrategie können im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios gleichwertige, wenn nicht gar bessere Resultate erzielt werden: Insgesamt belegen rund 40% der Studien einen neutralen, etwa 50% aller Studien sogar einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Rendite.[2] Hier ein konkretes Beispiel: Im schwierigen Finanzjahr 2018 erlitten die im UBS PK-Barometer zusammengefassten Pensionskassen einen Verlust von durchschnittlich -3.45%, die nach ESG-Kriterien investierende GEPABU Vorsorgestiftung jedoch „nur“ einen Verlust von -2.06%.[3]

Der Regierungsrat des Kantons Zug soll sich deshalb bei den Verantwortlichen der Zuger Pensionskasse dafür einsetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Deinvestition zu integrieren. Der Regierungsrat setzt sich zudem dafür ein, dass die Zuger Pensionskasse ihre ESG-Anstrengungen und Erfolge in ihrem jährlichen Bericht jeweils separat ausweisen.

 

Detailliertere Begründung und Anregungen

Jede Geldanlage, unabhängig davon, ob sie als nachhaltig bezeichnet wird oder nicht, produziert nicht nur eine finanzielle Rendite, sondern hat direkt oder indirekt einen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft. Zwei internationale Abkommen haben dazu geführt, dass die Rolle der Investoren für eine nachhaltige Entwicklung vermehrt in den Fokus gerückt ist. Die UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sollen bis 2030 von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden. Die Schweiz hat in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie den Weg zur Zielerreichung skizziert und sieht dabei auch die Finanzwirtschaft in der Pflicht. Weiter fordert das Pariser Klimaabkommen, welches von der Schweiz im Juni 2017 ratifiziert wurde, ausdrücklich, dass Finanzflüsse klimaverträglich gestaltet werden.[4]

Eine Pensionskasse ist als Aktionärin und Miteigentümerin eines Unternehmens somit nicht nur an dessen finanziellen Erfolg beteiligt. Sie trägt dadurch auch eine Mitverantwortung am ökologischen und sozialen Fussabdruck des entsprechenden Unternehmens. Mit einer fundierten Einschätzung der ESG-Wirkungen, dem sogenannten ESG-Impact von investierten Unternehmen, wird die Nachhaltigkeit eines Portfolios transparenter und einigermassen messbar. Der ESG-Impact umfasst sowohl positive wie auch negative Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft der Unternehmen, in welche investiert wird.

Wenn die Zuger Pensionskasse die ihr anvertrauten Gelder nach einer Anlagestrategie anlegt, welche auf Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit, d.h. auf ESG-Standards basieren, kann der Kanton seine Verantwortung in diesem Bereich übernehmen.

 

Anregungen zur Ausrichtung einer ESG-Anlagestrategie

Kontroverse Themen werden ausgeschlossen bzw. regelmässig überprüft:

  • Waffen, Tabak, Glückspiel, Pornografie, Kernenergie, Kohle, Menschenrechte, Kinder- und Zwangsarbeit, spekulative Anlagen in Grundnahrungsmittel

Positive Anlagekriterien können sein:

  • Best-in-Class, nachhaltige No-Carbon-Technologien, weltweit konsistente Arbeitsbedingungen, unabhängige Kontrollen in Bezug auf Arbeitsbedingungen und Sicherheitsbedingungen, Grundsätze vorsichtiger Unternehmensführung, Berichterstattung zu sozialen Belangen der Geschäftstätigkeit

 

[1] https://www.inrate.com/cm_data/ESG_Integration_in_den_PK-Anlageprozess.pdf

[2] https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/nachhaltigegeldanlage/anlagestrategie-so-erwirtschaften-sie-nachhaltig-mehr-rendite/23274100.html

[3] https://www.gepabu.ch/informationen/aktuell/2019?aid=241

[4]_http://www.sustainablefinance.ch/upload/cms/user/SSF_Schweizer_Marktstudie_Nachhaltige_Anlagen_2018_D_final.pdf

 

Weitere Quellen: