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Postulat: Steigerung der Anzahl Klassen am Kurzzeitgymnasium

Postulat betreffend einer markanten Steigerung der Anzahl Klassen am Kurzzeitgymnasium im Kanton Zug

Nach der Ablehnung der Einzonung eines Areals im Gebiet Röhrliberg für eine neue Kantonsschule durch das Chamer Stimmvolk steht der Kanton Zug bildungspolitisch vor einer neuen Situation. Die Baudirektion drückte es in der Presse so aus «Wir haben eine neue Ausgangslage. Wir müssen jetzt zuerst eine neue Auslegeordnung machen.»

Die Ablehnung der Einzonung kann als grosse Chance gesehen werden für neue bildungspolitische Überlegungen. Fährt der Kanton Zug weiter mit einem Übergewicht an Schülerinnen und Schülern im Langzeitgymnasien, muss der fehlende Schulraum in relativ kurzer Zeit erstellt werden. Dieses Szenario kann umgangen werden, wenn der Kanton Zug mit gezielten Massnahmen das Kurzzeitgymnasium stärkt. Dadurch entfällt ein grosser Teil des Drucks auf die Schulraumplanung, weil die Jugendlichen zwei Jahre länger in den gemeindlichen Oberstufen unterrichtet werden.

Eine markante Gewichtsverschiebung zugunsten des Kurzzeitgymnasiums bringt im Weiteren folgende Vorteile:

  1. Jugendliche, die erst nach der 2. Oberstufe entscheiden, ob sie ins Gymnasium wechseln beziehungsweise eine Lehr beginnen, treffen die Wahl mit grosser Wahrscheinlichkeit bewusster, als dies nach der 6. Primarklasse der Fall ist.
  2. Die spätere Entscheidung ist nicht nur bewusster, sondern stärkt auch die Berufsbildung. Viele gewerbliche Berufe haben Schwierigkeiten, geeignete Lernende für die anspruchsvollen Inhalte der Lehren zu finden. Der spätere Eintritt ins Gymnasium bietet Chancen, dass begabte Schüler und Schülerinnen sich für eine Lehre entscheiden, weil in der ersten und zweiten Oberstufe der Berufswahlprozess gezielt eingeleitet wird.
  3. Ein späterer Eintritt ins Gymnasium senkt die Abbruchquote, wodurch bei den Jugendlichen Brüche in der Schul- und Berufswahl möglichst vermieden werden.

Wir fordern den Regierungsrat mit diesem Postulat auf, eine Vorlage auszuarbeiten, welche konkrete Massnahmen beinhaltet, damit eine markante Steigerung der Anzahl Klassen im Kurzzeitgymnasium erreicht werden kann.

Esther Haas, Rita Hofer, Anastas Odermatt, Vroni Straub – Müller, Tabea Zimmermann Gibson