Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Geschätzte Mitglieder der Regierung
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
Geschätzte Gäste

Die aktuelle Pandemie führt uns vor Augen, dass derzeit die Spitalkapazitäten sehr schnell an ihre Grenzen stossen und ohne Massnahmen hoffnungslos überfordert sein werden. Der Hilferuf der Chefärzte aus Zürich war nicht mehr zu überhören! Mehr Spitäler sind es nicht, die sie fordern. Die Politik muss griffige Massnahmen festlegen, um das Gesundheitswesen nicht zu überfordern!

Geschützte Spitäler wurden vorsorglich geplant, da stets von kriegerischen Auseinandersetzungen ausgegangen wurde, damit die Bevölkerung in einem solchen Fall bestmöglich geschützt werden könnte. Pandemien sind aber eine ganz andere Art der Bedrohung wie wir dies aktuell erleben. Gerade der Aufenthalt in Räumen ist das grosse Problem, da sich die Aerosole rasch verbreiten und die Ansteckungen rasch ausbreiten können. Ein unterirdisches Spital ist für diesen Fall nicht geeignet und würde das Problem der Ausbreitung vorallem beschleunigen. So die Darstellung des Regierungsrates. Die ALG teilt die Meinung des Regierungsrates, dass der limitierte Faktor nicht die Bettenkapazitäten ist, sondern das spezialisierte Fachpersonal! Auf diesen Fachkräftemangel habe ich bereits in vorangegangenen Voten aufmerksam gemacht. Dass auch die Regierung den Fachkräftemangel im Bericht skizziert, müsste die Schlussfolgerung nach sich ziehen, dass genau in diesem Bereich dringlichere Massnahmen nötig sind, um weitsichtig in die Zukunft zu planen. Wenn Pflegefachkräfte, Schutzmaterial und Medikamente fehlen, dann helfen uns keine zusätzlichen unterirdischen Spitäler, dann hilft uns nicht einmal unsere Spitzenmedizin! In andere Spitäler auszuweichen, wird auch nicht mehr möglich sein, wenn alle ausgelastet sind.

Wir erwarten von der Regierung, dass Massnahmen ergriffen werden, die zur Entlastung des Pflegepersonals führen und nicht in teure Anlagen, die nicht zielführend sind, um den erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung durch die Pandemie zu gewährleisten.

Die ALG erachtet es als richtig, dass die sanitätsdienstlichen Schutzanlagen gegen die heutigen Bedrohungen standhalten sollten. Im Bericht wird festgehalten, dass dies von einer Projektgruppe in Zusammenarbeit mit Bund und Kantonen aktuell bearbeitet wird. Dabei müssen die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie einfliessen. Dies könnte unter Umständen auch wieder eine Anpassung auf kantonaler Ebene nötig machen. Aus diesen Gründen ist die ALG für nicht erheblich erklären der Motion.

 

Rita Hofer
Hünenberg
Kantonsrätin ALG
rita_hofer@bluewin.ch
079 894 42 88