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Ruft‘s über alle Berge

Der Test läuft: CO2 wird im Jura eingeschlossen und gespeichert, in einem Felsenstollen, der vor langer Zeit zum Lagern von Atommüll gedacht war. Für Zehntausende Jahre weggesperrt zur Rettung unseres Klimas.

So lese ich und schiele mit dem Gefühl einer leichten zeitlichen Orientierungsunsicherheit auf das Erscheinungsdatum der Zeitung. Fehlanzeige. Nicht der Anfang vom April. Wir testen in der Schweiz also die Notlösungen, die nicht auf der Behebung des Problems beruhen. Und es ist auch erst einen Monat her, dass der Nationalrat das neue C02-Gesetz abgelehnt hat. Was uns und unserem Klima in der Luft schadet lassen wir im Berg verschwinden. Nein, Basler Fasnacht ist auch noch nicht.

Letzten Freitag streikten Schüler und Schülerinnen, um uns alle auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, um ihren Forderungen nach verantwortungsvoller Veränderung Nachdruck zu verleihen, schweizweit gingen 22 000 Jugendliche für unseren Klimaschutz und ihre Zukunft auf die Strasse. Im Kanton Zug gibt es für diese Aktivität einen Eintrag für unentschuldigtes Fernbleiben im Zeugnis der Gymnasiast*innen.

Bitte macht trotzdem weiter! Geht auf die Strasse, streikt, zeigt unserer Gesellschaft euren Willen, eure Teilhabe und Einflussnahme an den Themen, die euer Leben bestimmen werden. 2050 seid ihr Eltern und mobile Arbeitende, wenn der heutige Nationalrat kaum mehr CO2 atmet.

Stellt der Schule ein Gesuch um Projektarbeit in Ethik oder Umweltwissenschaften oder Politik und Gesellschaft. Auch ein Kunstprojekt in Performance mit zukunftsrelevantem Inhalt ist möglich. Das sogenannt unentschuldigte Fernbleiben werte ich als einen Leistungsausweis, das sollte einer A-Note nahe kommen! Wir brauchen eure Kraft und euren Protest.

Marianne Aepli, Primarlehrerin, PH-Dozentin, grüne Politikerin, Menzingen