Sie haben die Wahl

„Global denken, lokal handeln“ ist meine Überzeugung. Wir haben nur diesen einen wunderschönen Planeten. Vieles haben wir noch gar nicht entdeckt und begriffen. Als Bäuerin bin ich eng mit allem Leben verbunden. Unser Boden und die natürliche Vielfalt sind enorm wichtig. Sie sind die Grundlage des Lebens und unserer kommenden Generationen. Mit der Wahl unseres Essens und unserem Konsumverhalten können wir jeden Tag soziale Gerechtigkeit, Umweltverträglichkeit, das Tierwohl und nicht zuletzt unsere Gesundheit fördern. Jede einzelne Person kann sich gegen Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung wehren. Das macht Hoffnung. Für noch mehr Wohlstand den Boden zu versiegeln, ist ein existentieller Fehler. Unser Essen wächst nicht im Laden. Wir werden immer mehr, und der Boden, von dem wir leben, nimmt in der Schweiz täglich um acht Fussballfelder ab.

Im Polittalk dieser Zeitung schrieb ich am 23. August 2015: „Schon bald werden Baudirektion und Gemeinden an neuen Zonenplänen schmieden. Die Bau- und Immobilien-Lobby wird dabei nicht beiseite stehen.“ Wie befürchtet stand sie Pate, als man am 28. Juni 2018 den kantonalen Richtplan aus der Taufe hob. Das massgeschneiderte Taufkleid stammte von der Baudirektion, abgesegnet wurde durch den Kantonsrat. Fazit: 25’000 EinwohnerInnen mehr bis ins Jahr 2040, weitere 10 ha Land neu eingezont zu Arrondierungszwecken, keine Einschränkung des Bevölkerungswachstums in den Verdichtungsgebieten. Alle Hinweise auf die Wachstumsproblematik blieben ungehört.

Das Bevölkerungswachstum im Kanton Zug ist bereits das höchste in der ganzen Schweiz! Bleibt die bürgerliche Dominanz bestehen, wird die einseitige, keinesfalls nachhaltige Wachstumspolitik auf Stufe der gemeindlichen Zonenpläne weitergeführt werden und möglicherweise alles Bisherige in den Schatten stellen. Falls auch Sie sich am aktuellen Bauboom stören, haben Sie am 7. Oktober die Möglichkeit, Leute zu wählen, die sich wachstumskritisch äussern und verhalten.

Erschienen in der Zuger Woche vom 25.7.2018