18.05.2022

Die Pandemie der letzten zwei Jahre hat uns als Gesellschaft gefordert. Solidarität als wichtiger Grundwert einer Gesellschaft zeigte sich in der grossen Hilfsbereitschaft, aber auch in der Übernahme von gegenseitiger Verantwortung. Als der Bundesrat die politische Solidarität definierte, habe ich mich gefragt, ob man Solidarität überhaupt verordnen kann.

Wichtig erachte ich die Sensibilisierung der Bevölkerung durch gute Kommunikation und Transparenz. Damit kann die Bevölkerung eine Lage einschätzen und eine soziale Verantwortung gegenüber öffentlichem Geschehen wahrnehmen und einen solidarischen Beitrag zu Gunsten der Gesellschaft leisten. Die Bevölkerung hat sich in den Krisen sehr engagiert und solidarisch gezeigt. Das Gesundheitswesen nicht überlasten oder zusammenbrechen lassen, war das Credo der politischen Massnahmen für die Pandemiebewältigung. Dass die Pflegefachkräfte schon lange davor an ihrer Belastungsgrenze waren, fand bis dahin kein politisches Gehör. Erst die Pandemie verschaffte ihnen nebst der noch grösseren Belastung und dem drohenden Kollaps die nötige Aufmerksamkeit. Klatschen alleine genügte nicht mehr und die Bevölkerung drückte ihre Solidarität an der Urne mit einem Ja zur Pflegeinitiative aus.

Unsere Solidarität ist gefragt und damit übernehmen wir auch Mitverantwortung nicht nur für uns, sondern auch für andere und leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Pandemie wie auch der Krieg in der Ukraine haben uns unmissverständlich die Abhängigkeiten und deren globalen Verstrickungen vor Augen geführt. Der Klimawandel ist eine weitere ernsthafte Bedrohung und gehört zwingend auf die politische Agenda. Es sollten nicht globale Krisen sein, die uns zum Handeln zwingen, wenn auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse schon lange Handlungsbedarf besteht. Weitermachen wie bis anhin ist nicht mehr möglich, das zeigen gerade die aktuellen Krisen.

Rita Hofer, Präsidentin grünes Forum Hünenberg

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