Die Zuger Bürgerlichen laufen Sturm gegen die Steuergerechtigkeitsinitiative der SPS. Dabei  behaupten sie, das populäre Volksbegehren würde unserem Kanton schaden. Diese Aussage ist nur nachvollziehbar, wenn man weiss, dass für die Zuger Bürgerlichen das Wohl der Reichen und Superreichen der Massstab für das Wohlergehen des Kantons überhaupt ist. Negativ betroffen von der SP-Initiative sind laut Botschaft des Bundesrates 1,9 Prozent der Zuger Steuerpflichtigen bei der Einkommenssteuer und 4 Prozent bei der Vermögenssteuer. Schätzungsweise jedem 20. Steuerpflichtigen meines Kantons beschert sie höhere Steuern. Der grossen Mehrheit aber bringt die Steuergerechtigkeits-Initiative nur Vorteile. Sie bringt sie mehr Steuereinnahmen, die für die Landbeschaffung zugunsten der gemeinnützigen Wohnbauträger dringend gebraucht werden. Vor allem aber  bremst sie die Preissteigerungen bei den Immobilien und  damit  den sozialen Verdrängungsprozess.
 
Eine Studie der CS Economic Research von Ende 2008 mit dem Titel: „Wo lebt sich’s am günstigsten?“ hat ergeben, dass der Kanton Zug beim Schlüsselkriterium des frei verfügbaren Einkommens nach Bezahlung von Abgaben und Wohnkosten bloss den 18. Platz belegt: „Die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien hatte in den Tiefsteuerkantonen Preissteigerungen zur Folge, die sich in Form von überdurchschnittlich hohen Wohnkosten auf das verfügbare Einkommen auswirken. Für wohlhabende Zuzüger bleiben diese Kantone jedoch weiterhin attraktiv, da die obligatorischen Abgaben mit steigendem Einkommen an Bedeutung gewinnen. Hauptsächlich wegen des überdurchschnittlichen Wachstums der Miet- und Immobilienpreise haben die Kantone Schwyz, Nidwalden und Zug für den breiten Mittelstand an Attraktivität verloren.“
 
Die UBS Wealth Management Research kam in einer anderen Studie vom Frühjahr 2006 zu folgendem Befund: „Ein einfacher Vergleich zwischen der steuergünstigen Stadt Zug und z.B. der steuerlich teuren Stadt Biel zeigt, dass der Verheiratete mit den 100‘000 Franken steuerbaren Einkommen in Biel rund 6000 Franken pro Jahr weniger für Wohnen und Steuern aufwenden muss als sein Pendant in der Stadt Zug. Ab einem steuerbaren Einkommen von ca. 200‘000 Franken lohnt sich aber aus rein finanziellen Gründen die Wohnsitznahme in der Stadt Zug.“
 
Die Steuergerechtigkeits-Initiative der SP Schweiz ist ein Segen für das ganze Land, weil sie das unanständig grosse Steuergefälle kleiner macht. Ein besonderer Segen ist die Initiative für die Normalsterblichen in den Tiefsteuerkantonen. Nur mit höheren Steuern für Reiche und Superreiche lässt sich die Verdrängung der anderen stoppen oder mindestens bremsen. Wer die Monacoisierung unseres Kantons stoppen will, sagt Ja zur Steuergerechtigkeit.
 
 
Josef Lang, Nationalrat Zug