Leserinnenbrief zum Artikel „Bei der Archäologie wird gespart“, Neue Zuger Zeitung vom 28. November

Die Sparhysterie bei den bürgerlichen Parteien treibt seltsame Blüten. 
 
Aktuelles Beispiel ist die 10-prozentige Kürzung im Amt für Denkmalpflege und Archäologie, welche der Kantonsrat am letzten Donnerstag auf Antrag eines CVP-Vertreters beschloss. Und das ohne vertiefte Diskussion, ohne sachliche Auseinandersetzung. Da macht ein Kantonsrat ein paar schnodrige Bemerkungen – „fast 90 Prozent der Mitarbeiter werden dafür eingesetzt, damit aus jedem Aushubloch und Kanalgraben eine potentielle archäologische Fundstätte wird“. Die bürgerliche Mehrheit folgt diesen saloppen Sprüchen und streicht ohne Nachdenken die Gelder in diesem Amt zusammen.
 
Das Argumentationsniveau ist schlicht unterirdisch; so tief können nicht einmal die Zuger Archäologinnen und Archäologen graben. Die Kürzung ist eine peinliche Aktion und vor allem eine Ohrfeige für diese Mitarbeitenden, die sich engagiert um die Geschichte unseres Kantons bemühen. Vielleicht finden ihre Nachfolger dereinst in ein paar tausend Jahren das „Goldene Kalb“ mit Namen „Tiefststeuer-Politik“, um das die bürgerlichen Parteien zurzeit tanzen.
 
 
Jolanda Spiess-Hegglin, Co-Präsidentin Alternative – die Grünen Kanton Zug