Sparpaket belastet die Stadt Zug

Das sogenannte Entlastungsprogramm des Kantons Zug belastet unter anderem die Stadt Zug. 23 Millionen müssen die Zuger Gemeinden neu übernehmen. So wird der Beitrag an die Untergymnasien vom Kanton um 6.5 Millionen gekürzt. Die Stadt Zug muss mehr an die Sonderschulung und die Transportkosten der Sonderschüler/innen bezahlen. Auch beim öffentlichen Verkehr spart der Kanton auf Kosten der Stadt Zug. Für die anerkannten Flüchtlinge sind die Gemeinden schon früher zuständig. Und schliesslich muss die Stadt Zug auch noch mehr in den NFA bezahlen.  
Ich verstehe nicht, wie man bei einer Verlagerung der Kosten vom Kanton auf die Gemeinden von sparen sprechen kann. Der Kanton entlastet sich zwar und belastet gleichzeitig die Stadt Zug. Die Angebote beider Verwaltungen werden durch die gleichen Steuerzahlenden bezahlt. Hier ist überhaupt nichts gespart.
Im Gegenteil: Es ist zu befürchten, dass in jeder einzelnen Gemeinde nachher überlegt wird, ob sie die neuen Kosten, nicht tatsächlich einsparen könnten. Die Stadt Zug führt dann die Diskussion im Grossen Gemeinderat über die Abschaffung der Transportkosten für die Sonderschüler/innen oder über die Kürzung der Leistungen für anerkannte Flüchtlinge. Oder der Stadtrat beschliesst, erneut eine Haltestelle beim öffentlichen Verkehr aufzuheben.
Schliesslich trifft es gewisse Menschen in der Stadt Zug mit dem Abbau der Leistungen mehrfach, obwohl immer wieder davon geredet wird, dass alle das Sparpaket tragen. Es sind vor allem diejenigen, die jetzt schon nicht viel zur Verfügung haben, die es besonders hart trifft. Die Menschen, welche auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind, oder Familien mit wenig Einkommen. Das ist schlussendlich eine enorm hohe Belastung und hat nichts mit einer Entlastung zu tun.

Astrid Estermann